Kommandeur seit 100 Tagen im Amt

Aktuell zwei von 1200 Soldaten des Jägerbataillons mit Corona infiziert

Grundausbildung: links Kommandeur Oberstleutnant Sven Kästner bei der Dienstaufsicht in der Fernmeldeausbildungskompanie der Division Schnelle Kräfte.
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Grundausbildung: links Kommandeur Oberstleutnant Sven Kästner bei der Dienstaufsicht in der Fernmeldeausbildungskompanie der Division Schnelle Kräfte.

Sven Kästner leitet seit 100 Tagen als Kommandeur das Jägerbataillon in Schwarzenborn. In der Kaserne gelten die gleichen Corona-Regeln wie außerhalb. Trotzdem ist die Zahl der Infizierten deutlich geringer.

Schwarzenborn – Seit 100 Tagen ist Sven Kästner der Kommandeur des Jägerbataillons in Schwarzenborn. Geprägt war die Zeit von der Corona-Pandemie. In diesem Zusammenhang kann der Oberstleutnant mit einer interessanten Beobachtung aufwarten: Obwohl in der Kaserne dieselben Covid-Regeln gelten wie außerhalb, sind aktuell von 1200 Soldaten gerade mal zwei Infizierte zu melden. Kästner sieht folgenden Zusammenhang: Im Kasernenkosmos wird nicht empfohlen, sondern befohlen. Außerdem wird das Einhalten der Regeln kontrolliert, das Missachten gegebenenfalls sanktioniert.

Obwohl man zunächst befürchtet hatte, dass Kasernen sich zu Corona-Hotspots entwickeln könnten, sei genau das nicht eingetreten, erklärt der Kommandeur. Bundesweit sollen die Verhältnisse in den Kasernen ähnlich sein. Für ihn ist das der Beleg dafür, dass die AHA-Formel – das heißt: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) – genau die richtige Wirkung entfaltet. Vorausgesetzt, sie wird auch eingehalten. Auch versuche man, die Soldaten in ihren Unterkünften mehr zu separieren. Nur maximal drei Soldaten sind in einem Zimmer untergebracht. Meistens sind es weniger, weil viele außerhalb der Kaserne übernachten, so Kästner.

Neuer Kommandeur in Schwarzenborn: Soldaten leisten Amtshilfe

Insgesamt weitet sich der Amtshilfe-Einsatz „Helfende Hände“ der Schwarzenbörner Soldaten aus. Sie unterstützen nicht mehr ausschließlich bei der Kontaktverfolgung, sondern zunehmend in Pflegeheimen, sind an Impfzentren eingeteilt und in Erstaufnahmeeinrichtungen tätig. An der Operation „Helfende Hände“ sind aktuell 100 Soldaten beteiligt. Das Bataillon sei aber in der Lage, noch weiteres Personal bereitzustellen, erklärt Kästner. Die Einsatzorte befinden sich überwiegend in Mittel- und Südhessen. In der Kaserne sind die Soldaten nicht nur während des Hilfseinsatzes abwesend, sondern sie müssen sich danach noch in eine Art Quarantäne begeben. Der Kommandeur nennt die den mehrtägigen Zeitraum „Absonderung“.

Die Situation sei ein ziemlicher Spagat, denn in der Kaserne müsse der Regelbetrieb aufrechterhalten bleiben. Die Grundausbildung müsse weitergehen, zählt Kästner auf. Ebenso die wichtige Vorbereitung für den im zweiten Halbjahr dieses Jahres anstehenden Afghanistan-Einsatz. Aus diesem Anlass werden Ende Januar auch 150 georgische Soldaten erwartet. Sie werden die Schwarzenbörner Jäger begleiten. In Sachen „scharfer Schuss“ auf dem Standortübungsplatz ist das Bataillon einen Schritt weitergekommen. Der letzte war bei der Umfirmierung vom Truppen-zum Standortübungsplatz gefallen. Aktuell wird ein Konzept erarbeitet. Der Kommandeur geht davon aus, dass der Schießbetrieb — dabei geht es insbesondere um größere Waffensysteme – im ersten Halbjahr dieses Jahres wieder aufgenommen werden könnte.

Außerdem findet aktuell ein Umgliederungsprozess innerhalb der Knüll-Kaserne statt. Die Ausbildungskompanie des Jägerbataillons, das der 1. Panzerdivision in Oldenburg untersteht, zählt jetzt zur Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf und ist jetzt eine Fernmeldeausbildungskompanie. Erst wenn ausreichend Personal regeneriert wurde, wird die Kompanie auch räumlich nach Stadtallendorf umziehen. Das könnte sich bis 2027 hinziehen. (Sylke Grede)

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