Teich war nicht abgesichert

Drei Geschwister im Löschteich ertrunken: Prozess gegen Bürgermeister beginnt im Dezember

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Archivbild der Unglücksstelle am Teich in Seigertshausen.

Vor drei Jahren ertranken in einem Teich in Seigertshausen im Schwalm-Eder-Kreis drei Kinder. Laut dpa-Meldung beginnt der Prozess gegen Bürgermeister Clemens Olbrich am 5. Dezember.

Laut Staatsanwaltschaft versäumte er es als Verantwortlicher für Sicherungsmaßnahmen, den Teich als potenzielle Gefahrenquelle abzusichern und einzuzäunen. 

Die Anklage geht davon aus, dass dem Bürgermeister bekannt war, dass die Fläche rund um den Teich als Freizeit- und Spielfläche genutzt wurde. Am 18. Juni 2016 waren drei Geschwister im Alter von fünf, acht und neun Jahren beim Spielen in dem Teich in Neukirchen-Seigertshausen ertrunken

Der Verteidiger des Bürgermeisters sagte laut dpa, es habe nie Hinweise auf eine Gefahrenquelle gegeben. "Es gibt Schicksale, für die es keinen Schuldigen gibt", sagte er und sprach von "ungünstigen Umständen", die zum Tod der Kinder geführt hätten. Nach dem Unglück im Jahr 2016 waren Löschteiche und ihre Sicherungspflicht in den Fokus der Justiz* gerückt.

Der Prozess wurde vom Amtsgericht in Schwalmstadt an das Landgericht in Marburg weitergeleitet. Das Landgericht wies den Fall allerdings zurück, mit der Begründung, dass der Prozess vorerst nach Schwalmstadt gehöre, wie die HNA* berichtete. 

Von Matthias Haaß (mit dpa)

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