Das Jägerbataillon lebt mit 600 Asylsuchenden auf dem Knüll – Mit der Organisation in den Flüchtlingseinrichtungen haben die Soldaten wenig zu tun

Die Sicherheit wird groß geschrieben

Karsten Krämer

?Die Bundeswehreinheit lebt in unmittelbarer Nähe zur Flüchtlingszeltstadt auf dem Standortübungsplatz Wilsberg und den Flüchtlingsunterkünften in den ehemaligen Offiziershäusern am Knüllteich. Wie gestaltet sich das Zusammenleben?

!Direkte Anknüpfungspunkte zwischen Soldaten und Flüchtlingen gibt es in Schwarzenborn eher wenige. Das Gelände auf dem die Zeltstadt errichtet wurde, nutzte die Truppe früher als Standortübungsplatz. Es gebe Überlegungen, das Areal an die Stadt Schwarzenborn zu übergeben. Noch ist allerdings der Kommandeur des Jägerbataillons dort Hausherr. Dieses Stück des Standortübungsplatzes sei an das Land Hessen verpachtet worden, um dort die Erstaufnahme zu errichten, erklärt Kommandeur Oberstleutnant Karsten Krämer, und alles liege in der Verantwortung des Landes Hessen. Den Sportplatz in unmittelbarer Nähe nutzen weiterhin die Soldaten.

?Wie gestaltet sich der Alltag der übenden Truppe mit so vielen Menschen in unmittelbarer Nähe zu einem Militärübungsplatz auf dem auch scharf geschossen wird?

!Der tägliche Dienstbetrieb sei nicht beeinflusst, sagt der Kommandeur. Zur Sicherheit der Flüchtlinge seien überall mehrsprachige Schilder – auch mit arabischen Schriftzeichen – mit Warnungen angebracht worden. An die Soldaten habe er den Befehl ausgegeben, sich umsichtig und vorsichtig zu verhalten. Das betreffe auch den Straßenverkehr, da viele der Flüchtlinge zu Fuß auf den kurvenreichen Straßen unterwegs seien.

?Ist die Bundeswehr an der Organisation im Zusammenhang mit der Erstaufnahmeeinrichtung nicht beteiligt?

!Es gibt eine Art „Lagezentrum Flüchtlinge“ im Stab des Bataillons. Das sei auch am Wochenende besetzt, sagt Krämer. Dazu zählen zwei Offiziere. Der Kommandeur oder ein Stellvertreter nehmen zudem an dem sogenannten „Jour fix“ teil. Das ist ein wöchentliches Treffen aller, die direkt mit der Erstaufnahmeeinrichtung zu tun ha-ben. An dem Informationsaustausch nehmen beispielsweise Vertreter des Regierungspräsidenten, der Polizei, des DRK und der Stadt Schwarzenborn teil.

?Ist es denkbar, dass für die Flüchtlingsunterbringung weitere militärische Einrichtungen in Schwarzenborn genutzt werden?

!Die Kapazitäten in der Kaserne sind ausgefüllt. Aktuell seien die Gebäude mit Soldaten komplett belegt, erklärt der Kommandeur.

?Beteiligt sich das Jägerbataillon überregional an der Hilfe für Flüchtlinge?

!100 Soldaten des Jägerbataillons sind über das Landeskommando Hessen an der Aktion „Helfende Hände“ beteiligt, erklärt Krämer. Sie sind in ständiger Bereitschaft und unterstützen hessenweit bei der Einrichtung von Unterkünften. Sie waren bereits in Wetzlar und Wiesbaden im Einsatz. Aktuell helfen die Soldaten in Offenbach.

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