Landgräfinnen traf Krise in der Anfangsphase

Neustart zum zweiten Mal: Ab heute ist das Duo vom Gasthaus Landgraf wieder für ihre Gäste da

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Trotzen den Widrigkeiten durch Corona: von links Julia Obst (29) und Annemarie Kitz (28) Hotel Landgraf Ziegenhain sind ab Freitag wieder für Gäste da.

Für Julia Obst und Annemarie Kitz ist das kommende Wochenende wie ein zweiter Neustart. Die Betriebswirtinnen hatten im November mit großem Aufwand und hohen Investitionen das renommierte Gasthaus Landgraf in Ziegenhain übernommen. Dann kam die Coronakrise.

Sie nennen sich nun die Landgräfinnen. Der Betrieb lief sehr gut an. Doch dann traf sie die Coronakrise hart. Jetzt hoffen sie auf einen guten Start nach der Zwangspause.

Hotel ist größtes Projekt 

Die beiden jungen Frauen berichten, dass es ein harter Weg gewesen sei, Kredite zu bekommen und die Finanzierung ihres ambitionierten Vorhabens zu sichern. „Dann hatten wir es nach zwei Jahren endlich geschafft“, sagt Annemarie Kitz. Und es sei richtig gut angenommen worden. Die beiden haben renoviert, Frühstücksraum und Restaurant wurden geschmackvoll saniert. Ein großes Projekt ist das Hotel. Derzeit entstehen 16 Zimmer, die Handwerker sind an der Arbeit. Daher mussten sie 16 ihrer 18 Mitarbeiter sofort entlassen, um über die Runden zu kommen. „Wir hatten keine Chance und mussten entscheiden“, sagt die 28-jährige Annemarie Kitz.

Denn die Handwerker müssten bezahlt werden. Zunächst sollen alle Zimmer hergerichtet werden, denn auf die Einnahmen aus dem Hotel seien sie in den nächsten Wochen angewiesen, um liquide zu bleiben.

Abholservice bleibt bestehen

Während der Zwangsschließung haben die beiden gespart, wo es ging: die Heizung wurde abgestellt, die Kühlräume still gelegt. Sie packten bei den Sanierungen selbst mit und bauten einen Abholservice auf. Der soll auch in den kommenden Wochen bestehen bleiben. Man wisse ja nicht wie die Menschen das gastronomische Angebot annehmen würden, sagt Julia Obst.

Um im Gespräch zu bleiben und auch etwas Gutes zu tun, hatten die beiden im Frühstücksraum Mundschutz genäht und den Erlös gespendet.

Der Blick aufs Konto 

Wohl auch, um sich abzulenken. „Bei dem Blick aufs Konto schläft es sich sehr schlecht“, sagt Julia Obst. Trotz Entlassungen und Einschränkungen liefen viele Fixkosten weiter.

Dennoch strahlen sie Zuversicht und Tatkraft aus. Sie wollen nicht, dass ihr großer Traum des eigenen Restaurants und Hotels platzt. Dafür hätten sie viel zu viel Herzblut investiert.

Geld von der Soforthilfe noch nicht da

Das Angebot im Restaurant mit regionaler und hochwertiger Küche liegt ihn am Herzen. Und so rücken sie die Tische und vergrößern die Abstände, und kaufen Desinfektionsmittel, um die Hygieneregeln einzuhalten. Platz genug ist auch im großen Biergarten mit 150 Plätzen, die bis Freitag reduziert werden müssen. „Wir werden geplante Investitionen, die nicht unbedingt notwendig sind, verschieben“, sagt Obst.

Die Soforthilfe haben sie gleich zu Beginn beantragt. Das Geld sei aber noch nicht auf dem Konto.

Die versprochene Senkung der Mehrwertsteuer greife ohnehin erst ab Juli und dann nur für ein Jahr. Man solle sie dauerhaft senken, das könne helfen. Mit den entlassenen Mitarbeitern sind sie in Kontakt. „Wir hoffen, dass wir alle wieder einstellen können“, sagt Obst.

"Wir hoffen, dass sich die Gäste trauen"

Wie es ab Freitag in der Gastronomie läuft, das entscheide sich wohl nach und nach. Die Menschen müssten sie erst daran gewöhnen unter neuen Bedingungen essen zu gehen und zu übernachten.

„Wir hoffen, dass sich die Gäste trauen.“ Für die bessere Planbarkeit bitten sie, wie viele Gastronomen, um Reservierung. „Mal schauen, ob die Gäste das annehmen“, sagt Kitz.

Kontakt: hotel-landgraf.com; Tel. 06691/4083.

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