Trotz Anwerbeversuch wollen Schwälmer Erzieherinnen ihre Arbeit nicht niederlegen

Solidarität ja, Streik nein

Fordern mehr Geld für steigende Leistungen: Bundesweit streiken zahlreiche Kita-Mitarbeiter. Unser Foto zeigt Streikende aus ganz Deutschland bei einer zentralken Kundgebung in Sachsen. Foto: dpa

Schwalmstadt. Noch immer gibt es keine Einigung im Tarifstreit zwischen Erziehern und der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeber (VKA). Die Streiks werden deshalb auch in dieser Woche fortgeführt, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit, die rund 240 000 Erzieher, Kinderpfleger und Sozialarbeiter vertritt. Betroffen sind im Schwalm-Eder-Kreis Kitas in Edermünde, Homberg, Körle, Melsungen und Oberaula-Hausen.

Die städtischen Kitas in Schwalmstadt werden sich auch weiterhin nicht am Streik beteiligen – auch nicht, nachdem eine Verdi-Deligation aus Kassel in der vergangenen Woche durch die Schwälmer Kitas zog, um für Solidarität unter den Erziehern zu werben. „Wir haben erfahren, dass die Erzieherinnen in Schwalmstadt von Seiten der Stadtverwaltung unter Druck gesetzt werden, um sie am Streiken zu hindern“, erklärte die für den Kita-Streik zuständige Gewerkschaftssekretärin Gisela Horstmann von Verdi Nordhessen. Deshalb seien etwa 30 Streikende aus Kassel nach Schwalmstadt gereist. Dort warben sie in den Kitas für den Streik und informierten Eltern und Erzieher. Anschließend zogen sie gemeinsam für eine spontane Kundgebung vor das Ziegenhainer Rathaus.

In den bundesweiten Kita-Streik wollen die Schwälmer Erzieher aber dennoch nicht einsteigen. „In den Streik einzusteigen erfordert viel Mut, besonders für Erzieher wie in Schwalmstadt, die bisher noch nie gestreikt haben und nicht wissen, was dann auf sie zukommt. Dieser Schritt wäre zu groß. Sie erklärten sich aber mit unseren Zielen solidarisch“, erläuterte die Gewerkschaftssekretärin. Die Stadtverwaltung weist die Vorwürfe der Gewerkschaft entschieden zurück. Es würde garantiert kein Streik untersagt. Diese Unterstellung sei schlicht falsch, habe Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck, der den erkrankten Bürgermeister Dr. Gerald Näser vertritt, der Verdi-Deligation mitgeteilt. Für eine weitere Stellungnahme war Schwierzeck gestern bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Anders verhält es sich im Oberaulaer Ortsteil Hausen. Dort befinden sich die Erzieher im Streik, eine Kinderbetreuung ist derzeit nicht möglich. Wann sie den Streik beenden, hänge davon ab, wann es zu einem Verhandlungsergebnis kommt, bestätigte eine Erzieherinn der Kita gegenüber der HNA.

„Es gibt Verhandlungsbereitschaft, ein konstruktives Angebot der Arbeitgeber liegt uns aber immer noch nicht vor“, sagte Horstmann. Demnach würden die Erzieher pro Monat 0,9 bis 2,0 Prozent mehr Lohn erhalten – was Verdi deutlich zu wenig ist. Hintergrund

Von Daniel Göbel

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