Sopranist Oswald Musielski gab zwei Konzerte in Treysa

Duett: Oswald Musielski sang mit Martina Bülter aus Homberg in der Heilig-Geist-Kirche. Foto:  Rose

Treysa. Unter den Motto „Pearls" (Perlen) standen am Freitag und Samstag zwei Konzerte des Sopranisten Oswald Musielski in der Heilig-Geist-Kirche in Treysa. Am Ende strahlte nicht nur der Künstler selbst, sondern auch ausnahmslos alle Gäste, die das mehr als zweistündige Konzert miterlebt hatten.

Mal exzentrisch, mal ironisch, dann wieder nachdenklich präsentierte sich Musielski und zeigte, dass er nicht nur stimmlich deutlich mehr als andere Sänger zu bieten hat: Seine viereinhalb Oktaven umfassende Stimme leuchtete im Kirchenschiff - für besondere Gänsehautmomente sorgte der Künstler immer dann, wenn er das Mikrofon aus den Händen legte.

Spielend und spielerisch malte er die Töne, überraschte mit virtuosen Variationen. „Nicht nur ich bin etwas besonderes, sondern Sie alle tragen etwas besonderes in sich - trauen Sie sich, es auch zu zeigen“, ermutigte er die Zuhörer.

Mit spitzbübischem Lächeln parlierte er zwischen den Liedern aus Pop, Musical und Film über das Leben. Über die Liebe. Und über Einsamkeit. Dabei inszenierte sich Musielski in Perfektion: Mit Grandezza trug er die selbst entworfenen Roben, die vor Detailreichtum nur so funkelten. Tausende Perlen auf seiner Jacken spiegelten das Motto wider, in ihnen brach sich das dezent eingesetzte Licht. „Sie als Publikum sollen angestrahlt werden“, sagte der Künstler. Mit beeindruckender Stimme interpretierte Musielski Texte aus Musicals wie „Jekyll and Hyde“, „Elisabeth“ oder „Cats“. Pop-Klassikern von Whitney Houston verlieh er neuen Charme.

Martina Bülter lud er nach vorn zum Duett ein. Die Hombergerin ließ sich mit Freude und sicherer Stimme auf das „kleine Experiment“ ein. Fürwahr greifbare Stille legte sich beim „Ave Maria“ über das Publikum - mehrere Wimpernschläge vergingen nach dem finalen Akkord bis die ergriffenen Gäste begeistert klatschten.

Houstons Titel „I will always love you“ schenkte Oswald Musielski den Zuhörern zum Abschied. Für zu Hause. „In der Minute, wo ich von der Bühne trete, könnte ich sie schon wieder betreten - so viel Freude macht mir das Singen, machen Sie mir, weil Sie gekommen sind“, sagte er - ging durch den Mittelgang und öffnete die Kirchentür. Weit.

Von Sandra Rose

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