Neukirchen im Wandel der Zeiten: Neue Ausstellung zeigt Fotos und Dokumente

Ein Spiegel der Stadtgeschichte

Die neue Ausstellung zeigt Fotos und Dokumente: (von links) Bürgermeister Klemens Olbrich, Hans Merle, Hans Helwig Sachs, Dr. Walter Weishaar und Wolfgang Mantz (von links) bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus. Foto: privat

Neukirchen. Neukirchens Altstadt im Wandel der Zeiten - so heißt eine neue Ausstellung, die Dr. Walter Weishaar, Wolfgang Mantz, Hans Helwig Sachs in Zusammenarbeit mit Hans Merle, Vorsitzender des Zweigvereins Schwalm im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, zusammen getragen haben. Gestern Vormittag wurde die Schau im Saal des Neukirchener Rathauses eröffnet.

Die Hobbyforscher spannen den Bogen vom Mittelalter bis in die Neuzeit: Alte Stiche, Landkarten, Pläne und Fotos lassen die Knüllstadt von Einst lebendig werden. Hausherr Bürgermeister Klemens Olbrich lobte das Engagement und verband die Eröffnung mit einem Wunsch: 2017 feiere die Stadt 875-jähriges Bestehen – möge die Ausstellung den Grundstein für einen stadtgeschichtlichen Arbeitskreis legen.

Die Schau bildet den Zeitspagat zwischen 1142 und 2015 ab: Weishaar zeigte auf einer Leinwand dazu zunächst einen Merian-Stich von 1646 - die Stadt aus Sicht von Süden mit Marienkapelle am Frauenberg. „Das beweist, dass es seit 1502 eine Pfarrei gab.“ Auch eine Burg habe es ursprünglich gegeben. Gestiftet vermutlich von Elisabeth von Waldeck, die die Burg als Alterssitz nutzte. Die Kupferstecher hätten damals bereits detaillierte Unterlagen gehabt. Allein Merians fertigten 2100 Stiche an. Die urkundliche Ersterwähnung Neukirchens geht auf eine Urkunde des Klosters Hersfeld aus 1142 zurück. „Eine Karte Dillichs von 1613 zeigt, dass die Mühlen außerhalb der Stadt lagen“, erläuterte Weishaar. Im Stich von Kieser 1629 sehe man eine verfeinerte Ansicht der Stadt, in der Zeichnung des Landvermessers Bing von 1744 sei der Stadtkern bereits mit Straßennamen versehen.

Die Ausstellung geht auch auf markante Ereignisse ein wie etwa Brände oder Krieg. Gebäudeverluste habe es unter anderem bei einem Großbrand 1636 gegeben. Aber auch die so genannte „Einfache Stadterneuerung“ in den 1970er-Jahren habe große Lücken gerissen. „1975 wurden 53 Häuser abgerissen oder verändert“, erklärte der Neukirchener.

Wie sich die Stadt neuzeitlich verändert hat, zeigen besonders gut die Bilder aus der Luft von Bernd Bangert. Weishaar gab aber auch einen aktuellen Ausblick. „Wir müssen uns über Ruinen und Leerstand Gedanken machen. Das Amt für Denkmalschutz sollte bereit sein, umzudenken. Ein Lichtblick in der Stadtsanierung ist das Haus Spohr, das zum neuen Gemeindehaus umgebaut werden soll.“

Hans Helwig Sachs und Wolfgang Mantz stellten anhand vieler Fotos die jüngere Geschichte dar, als die Kurhessenstraße Durchgangsstraße war und in den 1970er-Jahren auf der heutigen Fläche des Rewe ein Flamingo-Park als Naherholungsziel der Knüller galt. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 17. Mai im Rathaus Neukirchen. (zsr)

• Termin: Stadtführung zur Ausstellung mit Dr. Walter Weishaar, Samstag, 9. Mai, 10.30 Uhr, ab Rathaus

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