Romina Abate (32) aus Kassel ist Willingshausens neue Künstlerstipendiatin

Ein Spiel mit Projektionen

Vorbereitungen für die Ausstellung: Die Künstlerstipendiatin Romina Abate aus Kassel arbeitet an der Präsentation ihrer Werke in der in Willingshausen. Foto: Rose

Willingshausen. Romina Abate wollte Inventur machen, Bilanz ziehen: Bei oder über ihren Aufenthalt in der Künstlerkolonie. Doch wie das bei einer Inventur üblich ist, findet man manchmal Dinge, die man gar nicht auf der Rechnung hatte.

So ging es in den vergangenen vier Wochen auch der Kasseler Künstlerin Romina Abate, die aktuell Stipendiatin in Willingshausen ist. Die 32-Jährige arbeitet an ihrer Ausstellung, die ab 27. November in der Kunsthalle zu sehen sein wird. „Ich möchte Zeichenhaftes mit Bedeutung füllen – unter anderem benutze ich dazu Fundstücke aus Willingshausen und dem Hirtenhaus“, erklärt Abate.

Arbeiten wie Laborantin

Sie „spiele“ auf eine gewisse kindliche Art und Weise mit den Dingen, filme sich dabei zum Teil selbst. „Diese körperliche Annäherung muss sein, um etwas über die Dinge zu erfahren.“

Die Künstlerin arbeitet wie ein Laborant: Sie experimentiert, probiert, ordnet Versuche an – sucht nach dem interessanten Moment. Dabei bedient sich Romina Abate verschiedener Medien. Sie fotografiert und filmt. Sammelt Fragmente, Versatzstücke, zeichnet, „um das Hirn zu leeren“.

Wie die Fundstücke, die vom Glas mit Jagdmotiv bis hin zu Waldmotiven aus Büchern bis hin zu Fotografien von Häuserwänden reichen, zusammen finden, stelle sich erst im Prozess heraus: „Ich collagiere und montiere“, beschreibt die Stipendiatin ihre Arbeitsweise.

Abate plant eine Art Ausstellungsarchitektur, „die mein Denken veranschaulicht, nachvollziehbar für die Besucher macht“. Der Bezug zum Betrachter sei ihr wichtig. „Auch im fiktiven Moment muss der Funke ankommen.“ In Willingshausen arbeite sie deshalb vor allem assoziativ. „Aus den Fundstücken entsteht quasi eine Kettenreaktion“, erklärt sie.

Aktionskunst und Videos

Inhaltlich beschäftige sie sich mit Grundbedürfnissen, existenziellen Fragen: „Ich versuche, Festgeschriebenes zu dekonstruieren und zu zeigen, wie man es sonst noch begreifen kann“, erklärt Abate. Ihr Ziel sei, Bilder, auch Metaphern, dazu zu entwerfen - „ein Spiel mit Projektionen“.

Zu sehen sein werden Ende November Zeichnungen, Fotografien, Videoinstallationen und Aktionskunst. Dinge, die weder Romina Abate noch die Besucher auf der Rechnung haben. • Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 27. November

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