Immichenhainer Theaterduo „3 hasen oben“ geht mit neuem Programm auf Tour

Spielerische Leidenschaft

Mal spaßig, mal ernst: Silvia Pahl und Klaus Willmanns vom Immichenhainer Theater 3 hasen oben nehmen das Publikum in ihren szenischen Lesungen mit auf eine emotionale Reise. Foto: privat

Immichenhain. Silvia Pahl bricht in Lachen aus, wenn sie an die Namenstaufe ihres Theaters denkt. Seit 17 Jahren sind sie und ihr Partner Klaus Willmanns als „Theater 3 hasen oben“ auf nationalen und internationalen Bühnen unterwegs. „Als wir das Theater gründeten, musste ein Name her. Da fiel mir spontan mein Lieblingsschriftsteller Daniil Charms ein. Ich stieß mit dem Finger in eines seiner Bücher und zeigte auf die Wörter ‘Drei Hasen oben‘. Ungewöhnlich dieser Name, aber einprägsam“, erinnert sich Silvia Pahl.

Neben Stücken für Kinder und Erwachsene hat das Theaterduo seit 2013 auch szenische Lesungen im Repertoire. Unter dem Motto „Grimminell“ werden die Märchen der Brüder Grimm in immer neuer Form dargestellt. Dazu gibt es Musik von Klaus Willmanns, der schon während seiner Studienzeit in Berlin als freier Kontrabassist durch Free-Jazz-Keller zog.

Unbekannte Texte

„Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf eher unbekannte Texte der Brüder Grimm, aber auch auf Texte unbekannter Autoren mit märchenhaftem Charakter“, erläuterte Silvia Pahl die Idee hinter den Lesungen. Sowohl traurige als auch lustige Geschichten kommen dabei zum Vorschein, eine Lesung für das lachende und das weinende Auge. Der nächste Termin für die szenische Lesung ist am Samstag, 27. Juni, 19 Uhr, auf dem Hof der Theaterleute in Immichenhain. Ein weiterer Termin ist dann erst für den 3. Oktober in der Alten Pfarrei in Bad Zwesten geplant.

Während der Sommermonate ist das Theaterduo national und international mit seinem Programm auf Tour. Den Höhepunkt bildet im Herbst eine Reise nach Mexiko mit dem Goethe-Institut. Anlässlich einer Kinder- und Jugendbuchmesse in Mexico City stellen sie dort ihr in ein mobiles Mitmach-Theater umgearbeitetes Stück „Schritt für Schritt“ vor. Schon seit Jahren spielen die Immichenhainer auch auf internationalen Bühnen, zum Beispiel in Schweden, in den USA, in Indien und in der Ukraine. Gern würden die Theaterschaffenden noch mehr Stücke in der Region präsentieren. Allerdings sei es zunehmend schwieriger, Veranstalter für Kulturfestivals in ländlichen Regionen zu finden, erklärte Pahl. Bedauerlich sei, dass sich die Fördermöglichkeiten des Landes Hessen für kulturelle Veranstaltungen auf dem Land deutlich erhöht hätten, die Fördermittel aber zu wenig abgerufen würden, was widerum ein schlechtes Signal an das Land sei. Deshalb soll ihr Theater auch junge Menschen ansprechen, um sie für Theater und Musik zu begeistern.

Von Daniel Göbel

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