Spielfreude in Mundart: 17 Hobbyakteure standen in Röllshausen auf der Bühne

Erfahrene Laienschauspieltruppe: Seit den 1970er-Jahren wird in Röllshausen Theater gespielt. Am Wochenende traten bei einem Schwank die Akteure auch in Schwälmer Tracht auf. Fotos: Rose  

Röllshausen. Volles Haus am Wochenende in Röllshausen: An zwei Abenden und einem Nachmittag hob sich in der Schwalm der Vorhang zu drei amüsanten Theaterstücken. Längst sind die Theateraufführungen im November gute Tradition.

Seit den 1970er-Jahren schlüpfen Röllshäuser in die Rollen. Zum Teil wird in Tracht gespielt, immer aber in Mundart. Zur Premiere am Freitag füllte sich der Saal bis auf den letzten Platz. Einige Zuschauer nahmen sogar einem Platz auf einem Tisch in Kauf. Bewirtet und versorgt wurden die Gäste von den Mitgliedern des Verkehrsverein, die Leckereien und Getränke reichten.

Den Anfang machte der Schwank „Bollmann kommt“, in dem die Hobbyschauspieler sogleich ihre Spielfreude bewiesen. In kuriosen und bisweilen satirischen Szenen entrollten die Akteure das Familienleben der Mönkemanns. Ein Brief bringt das „traute Heim“ wahrhaft ins Wanken. Denn hinter den Kulissen der Vorzeigefamilie brodelt es gewaltig. Opa - gespielt von Mario Selentschik - kauft am liebsten den Playboy und lenkt sich mit Schnäpschen ab während Vater Martin (Holger Selentschik) das überlaute und resolute Oberhaupt mimt. Doch ein Stück Papier reicht, um an der vermeintlichen Idylle zu kratzen. Darauf ist zu lesen: „Bollmann kommt.“ Mutter (Ute Mattheis) gibt kleinlaut zu, einen Hausfrauenkredit abgeschlossen zu haben. Und die Töchter (Marie Selentschik und Denise Jäckel) müssen wohl oder übel auch Farbe bekennen. Mutter mutmaßt: „Ihr tut ja so als ob ihr schwanger seid oder einen Kerl aus Schrecksbach habt.“ Und trifft damit ins Schwarze. Auch Opa hat Dreck am Stecken: „Ich habe im Laden ein Jahr lang Schwarzen Johannisbeerschnaps anschreiben lassen.“ Und Vater gesteht, dass er eine Kur-Liebschaft hat. Auch der Sohn (Norman Merle) fürchtet den Besuch. Er hatte einen Motorradunfall. Das Verwirrspiel löst sich auf als es an der Tür klingelt: Davor steht Bollmann - der Kochtöpfe verkaufen will.

Das Publikum amüsierte sich prächtig. Bei zwei weiteren Stücken war für Spaß gesorgt. Spielfreude und Mühe wurden am Ende honoriert: Es wurde reichlich gelacht und noch mehr geklatscht.

Von Sandra Rose

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