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Sprudler sollen Wasserqualität in Ziegenhain verbessern

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Von: Sylke Grede

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Auch im Kleinen Wallgraben wurden mehrere Sprudler installiert, nachdem der Sportfischereiclub Neptun auf eine vermehrte Algenbildung aufmerksam gemacht hatte.
Auch im Kleinen Wallgraben wurden mehrere Sprudler installiert, nachdem der Sportfischereiclub Neptun auf eine vermehrte Algenbildung aufmerksam gemacht hatte. © Sylke Grede

Seit der Kampfmittelräumung vor 3 Jahren ist es still geworden. Jetzt herrscht Sauerstoffmangel im historischen Wallgraben in Ziegenhain.

Ziegenhain – Wie steht es um den Wallgraben in Ziegenhain? Seit dem Abschluss der Kampfmittelräumung vor drei Jahren ist es still geworden um das historische Gewässer, das maßgeblich die Stadtansicht von Ziegenhain prägt.

Die Sprudler im Wallgraben sind keine Touristenattraktion. Sie sollen das Wasser des Wallgrabens mit Sauerstoff versorgen.
Die Sprudler im Wallgraben sind keine Touristenattraktion. Sie sollen das Wasser des Wallgrabens mit Sauerstoff versorgen. © Sylke Grede

Weiterhin scheint sich die Kommunikation über Zuständigkeiten und Zusammenarbeit schwierig zu gestalten. In Fragen und Antworten versuchen wir aufzuklären.

2015 gab es bereits ein großes Fischsterben. Hochrangige Mitarbeiter des Ministeriums entsorgten die Kadaver.
2015 gab es bereits ein großes Fischsterben. Hochrangige Mitarbeiter des Ministeriums entsorgten die Kadaver. © Grede, Sylke

Warum gerät der Zustand des Gewässers immer wieder in die Diskussion?

Das liegt an den unterschiedlichen Grundstückszuständigkeiten: Mit der JVA als größtem Anlieger ist über das Justizministerium das Land Eigentümer des Gewässers und Teilen des Uferbereichs – allerdings nicht der kompletten Böschungen. Dabei sind wiederum die Stadt Schwalmstadt und Anlieger mit im Boot.

2019 gab es Pläne, das Gewässer samt Uferbereichen komplett an die Stadt zu übergeben. Was ist daraus geworden?

Das Justizministerium: „Es ist nicht bekannt, ob die Stadt Schwalmstadt weiterhin Interesse an einer Übernahme der Grundstücke des Wallgrabens hat.“

Worüber wird aktuell diskutiert?

In den Fokus rücken erneut die Wasserqualität und der Pflegezustand der Uferbereiche. Bereits 2015 war es wegen Sauerstoffmangels im kleinen Wallgraben zu einem großen Fischsterben gekommen.

Besteht die Gefahr eines größeren Fischsterbens in diesem Jahr?

Es komme durch mangelnden Zufluss von Frischwasser und der aktuellen Wetterlage zu einer vermehrten Algenbildung, bestätigt Stefan Krumpholz. Er ist Vorsitzender des Sportfischerei-Club Neptun. Der Angelverein hat das Gewässer vom Justizministerium gepachtet. So dramatisch wie 2015 sieht Krumpholz die Lage allerdings nicht.

Was wird für die Sauerstoffzufuhr getan?

Der örtliche Angelverein habe rechtzeitig auf die verschlechterte Wasserqualität hingewiesen, erklärt Adina Murrer, Pressesprecherin des Justizministeriums. Die Haftanstalt habe daraufhin einen Antrag zur Installation eines Baustromverteilers für eine Lüftungsanlage gestellt. Seit Mitte Juli werden sowohl der Kleine als auch der Große Wallgraben „belüftet“, um die Wasserqualität zu verbessern. Um künftig schneller reagieren zu können, wird aktuell geprüft, ob eine stationäre Stromversorgungssäule installierbar wäre. Damit entfiele viel Bürokratie.

Und wie steht es um die Frischwasserzufuhr?

Ein Problem ist dabei unter anderem der Wasserzulauf vom Alten Mühlgraben. Der ist erheblich verschlammt. Das wiederum ist Sache der Stadt. „Die Ausbaggerung wurde extern beauftragt und wird im Oktober 2022 durchgeführt. Der städtische Bagger ist zu kurz und die Entnahme der Gewässersohle muss den Natur- und Artenschutz berücksichtigen.“ Das antwortete Bürgermeister Stefan Pinhard in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung auf eine Anfrage der Freien Wähler.

Was wurde im Zusammenhang mit dem Pflegezustand der Uferbereiche unternommen?

Im vergangenen Jahr beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig, dass der Magistrat Grundlagen für ein entsprechendes Konzept anstoßen solle.

Ist nach diesem Stadtverordnetenbeschluss etwas passiert?

Nicht viel. Bürgermeister Pinhard gibt an, dass unzählige Gespräche mit allen Betroffenen geführt wurden. Außerdem habe es diesbezüglich zwei Anschreiben an das Justizministerium gegeben.

Welche Konsequenzen hatten diese Anschreiben an das Justizministerium?

Keine. Eines der Schreiben erreichte die damalige Justizministerin Eva Kühne-Hörmann im November, ein weiteres kürzlich ihren Nachfolger. Antworten gab es keine. Das Justizministerium bestätigt auf Anfrage den Eingang der beiden Schreiben des Bürgermeisters und antwortet der HNA: „Justizminister Prof. Dr. Roman Poseck wird sich dieser Angelegenheit annehmen. Dem Anliegen steht der Minister grundsätzlich positiv gegenüber. Zudem wird er die JVA Schwalmstadt am 5. August besuchen und sich auch selbst ein Bild vor Ort zu machen.“

Stefan Krumpholz Vorsitzender des Sportfischereiclub Neptun
Stefan Krumpholz Vorsitzender des Sportfischereiclub Neptun © Grede, Sylke

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