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Stadtkirche Treysa: Viele Menschen bekunden Anteilnahme mit der Ukraine

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Pfarrer Hartmut Wagner, Prälatin Marita Natt, Pfarrer Dr. Werner Meyreiß, Pfarrer Dieter Schindelmann und Dekan Christian Wachter am Altar der Stadtkirche in Treysa.
Sie gaben den Gläubigen Kraft mit Worten, Gesang und im Gebet: (von links) Pfarrer Hartmut Wagner, Prälatin Marita Natt, Pfarrer Dr. Werner Meyreiß, Pfarrer Dieter Schindelmann und Dekan Christian Wachter am Altar der Stadtkirche in Treysa. © Jochen Schneider

Kirchenvertreter haben in der Stadtkirche Treysa am Freitagabend auf die Ereignisse in der Ukraine reagiert und zu einem Gottesdienst geladen.

Treysa – Mit Gebeten, Liedern und Möglichkeiten, seine Gedanken zu gliedern, nahmen viele Besucher das Angebot an.

„Ich finde es gut, dass die Kirche das macht, so kann ich vielleicht mit meinen vielen guten Gedanken den Menschen ein wenig von der Last nehmen, die die Angst bei ihnen auslöst“, nennt eine Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, den Grund ihres Erscheinens an diesem Abend.

Pfarrer Dieter Schindelmann möchte Hoffnung, Halt und Orientierung verbreiten in einer Situation, in der man nichts machen kann. „Die Invasion in der Ukraine ist eine Sache, mit der ich nicht gerechnet hätte und die sich nicht einordnen lässt“, gibt der Kirchenmann unumwunden zu. „Unsere Gedanken sind bei denen, die fliehen und zu uns kommen wollen und dabei fragen wir uns wie Angela Merkel im Jahr 2015: Schaffen wir das?“

Entsetzt zeigt sich auch Dekan Christian Wachter „vom ersten imperialistischen Angriffskrieg in Europa seit 1945.“ Putin habe jeglichen Respekt verloren und „es sei skrupellos, wie ein Herrscher sein eigenes Volk in Geiselhaft nähme“, so der Dekan.

Besucher schreiben eigene Gedanken auf einen Zettel

Pfarrer Hartmut Wagner von der Evangelische Kirchengemeinde Franz von Roques in Schwalmstadt stellt wie viele die Frage: „Was können wir tun?“

Er fordert die Besucher auf, ihre Gedanken auf Zettel zu schreiben und in einen Korb auf den Altar zu legen. „Die Inhalte wird Pfarrer Dr. Werner Meyreiß am kommenden Sonntag mit in seine Predigt nehmen“, verspricht er den Gläubigen.

Prälatin Marita Natt verurteilt die Rücksichtslosigkeit der russischen Invasion in der Ukraine, die Angst und Unsicherheit bei den Menschen auslöst. „Wir wollen uns nicht einschüchtern lassen, sondern dem Frieden treu sein“, ruft sie den Gläubigen zu.

Eine Besucherin, die in einer Einrichtung in Treysa arbeitet und Familienangehörige und Freunde in der Nähe von Kiew hat, ist dankbar für den Abend in der Stadtkirche, bei dem sie so viel Zuspruch und Solidarität für die Menschen im Kriegsgebiet erfährt.

Sie sagte gegenüber unserer Zeitung, dass sie seit Tagen versuche, immer wieder telefonisch Kontakt aufzunehmen, doch ohne Erfolg. „Was soll ich nur machen, wie kann ich ihnen bloß helfen“, fragt sie und ist mit ihren Gedanken an diesem Freitag bestimmt nicht allein. (Jochen Schneider)

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