Stadtwald ist massiv geschädigt

Fachleute setzen zum Teil auf natürliche Entwicklung

Vertreter aus dem Stadtparlament und Fachleute aus Forstamt und Jägerschaft
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Unterwegs im Stadtwald: Vertreter aus dem Stadtparlament und Fachleute aus Forstamt und Jägerschaft machten sich ein Bild.

Revierförster zeigt die Schäden im Stadtwald auf. Planungen für Reaktivierung laufen.

Neukirchen. Der Wald leidet, Hitze, Trockenheit, Stürme und der Borkenkäfer sorgen für gravierende Schäden. Allerorten sind Forstämter und Waldbesitzer alarmiert aufgrund der Folgen des Klimawandels. Auch der Stadtwald in Neukirchen weist massive Schäden auf.

Davon überzeugten sich bei einer gut dreistündigen Waldbegehung unter der Leitung von Revierförster Michael Riebeling jetzt zahlreiche Teilnehmer aus der Lokalpolitik. Dabei waren laut eines Berichts von Willi Berg, Stadtverordnetenvorsteher, und Revierförster Riebeling auch Stadtrat Helmut Reich als Vertreter des Bürgermeisters, Landtagsabgeordnete Wiebke Knell und weitere elf Mandatsträger. Benjamin Trümner nahm als Vertreter der Jagdpächter teil. An mehreren Punkten ließen sie sich über die Veränderungen im Stadtwald informieren und darüber, was geplant ist, um den geschädigten Wald zu reaktivieren.

Die Stadt Neukirchen verfügt aktuell über eine Waldfläche von 290 Hektar, auf verschiedene Gemarkungen verteilt. Von diesen 290 Hektar weisen über 23 Hektar massive Schäden auf oder sind entwaldet – das heißt, dort stehen gar keine Bäume mehr. Laut des Berichts ist angedacht, dass auf 15 Hektar des geschädigten Stadtwalds dem jeweiligen Standort angepasste Mischwälder entstehen sollen. Bei den restlichen 8,5 Hektar solle zunächst die natürliche Entwicklung abgewartet werden, um den unterschiedlichen Anforderungen an den stadteigenen Wald in der Zukunft gerecht zu werden. Wenn dieses Projekt gelingen soll, bedürfe es einer intensiven Pflege und Schutz der Flächen in den kommenden Jahren, ein großes Augenmerk liege auf der Wildbewirtschaftung.

Auch die Buchen im Wald leiden

Große Sorge bereite, dass neben dem abgestorbenen Nadelholz auch die vorhandenen Buchenbestände in nicht geringem Umfang unter der zurückliegenden Extremwettersituation zu leiden hatten und teilweise Schäden anzeigen. Hauptproblem sei die Wasserversorgung. Aufgrund des Wassermangels der vergangenen Jahre hätten die Bäume kaum Abwehrkräfte gegen Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Zwar hätten die aktuellen Niederschläge ein wenig Entlastung gebracht, aber die Nachwirkungen der Dürrejahre 2018 bis 2020 könnten sie nicht kompensieren. Es sei nämlich nicht genug, um die Wasserspeicher zu füllen.

Nun müsse ein finanzieller Kraftakt gestemmt werden mithilfe von Landesmitteln plus eigener Neukirchener Haushaltsmittel, so das Fazit: „Nur dann haben wir die Chance, einen klimaresistenten und resilienten Wald aufzubauen.“ Wenn es gut gehe, werde sich in 20 bis 30 Jahren ein neuer Wald gebildet haben, „bis dahin haben wir aber eine riesige Aufgabe vor uns. Es muss jetzt gehandelt werden“. (Anne Quehl)

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