Starke Nachfrage nach barrierefreiem Wohnen

Heinrich Gringel

Das Handwerk sieht einen neuen Markt - Wartelisten sind lang

Schwalm-Eder. Es gibt im Schwalm-Eder-Kreis viel zu wenige alten- und behindertengerechte Wohnungen. Und für die, die es gibt, sind die Wartelisten lang: Das sagt der Schwalmstädter Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel. Der Mangel werde immer dramatischer, zugleich bedeute er für die große Mehrzahl der über 16 000 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk eine große Chance und auch Verpflichtung. Nahezu alle Gewerke von Sanitär bis Elektrik seien einbezogen, bei Um- wie bei Neubauten.

Um die Unternehmen fit zu machen für das Thema, bietet die Kammer fortlaufend Schulungen für Handwerker an, bereits mehrere hundert Zertifikate hat sie für Firmen in Nord- und Osthessen ausgestellt. Die Seminare sind vielfach ausgebucht, denn barrierefreies Bauen gilt als boomender Zukunftsmarkt.

Laut Dr. Matthias Joseph (Handwerkskammer), wird sich innerhalb weniger Jahre viel tun müssen, da derzeit nicht einmal 2 Prozent der Wohnungen auch nur barrierearm seien, Zahlen auf Landkreisebene liegen nicht vor. Joseph: „Wir haben großen Nacholbedarf, Barrierefreiheit wird ebenso wichtig wie energetische Sanierung.“

Gringel unterstreicht, dass es für den einzelnen darum geht, möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können, und das auch hinsichtlich der leeren Kassen der Pflegeversicherung. Der Druck und das Tempo müssten spürbar erhöht werden. Nichts sei erstrebenswerter und günstiger, als selbständig alt werden zu können. Das sollte man baulich so früh wie möglich beherzigen, kluge Planung schaffe wertvollen, weil zukunftsträchtigen Wohnraum, „das hat das Handwerk erkannt“.

Von Anne Quehl

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