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Startup will Erhalt der Artenvielfalt mit Modul-Baukästen unterstützen

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Die Gründer von LGU sitzen und stehen vor grünen Sträuchern und Bäumen im Hintergrund.
Sie sind LGU: Von links Diplom-Designer Florian Hahn (35), sein Bruder Sascha Hahn (38), assistierender Produktentwickler, beide aus Schwalmstadt. Rechts im Bild ist Projektmanager und Diplom-Designer Lukas Porstner. © Florian Hahn

Ziel des Green-Tech-Startups ist es, für Artenvielfalt in Städten zu sorgen. Schwalmstadt ist „Pionierstadt“.

Schwalmstadt – Die Grundidee des Green-Tech-Startups fußt auf den Korallenriffen in den Ozeanen, erzählt Lukas Porstner, 26, diplomierter Produktdesigner. Im Dürresommer vor drei Jahren habe der Funke in einem studentischen Projekt gezündet, die Idee zu einem „künstlichen Korallenriff als Gegengewicht zum Artensterben“.

Das nämlich sei ein noch größeres Problem als der Klimawandel, so Porstner, der zugleich der Projektmanager ist. Auf Brachflächen und „aus jeder ausgeräumten Beton- und Agrarwüste macht die Life Gravitation Unit (LGU) eine artenreiche Oase“, heißt es in der Projektskizze. Biodiversität, der Erhalt biologischer Vielfalt, sei der Grundstein eines stabilen Ökosystems und somit eine Lebensgrundlage. Jede ausgestorbene Art könne einen Dominoeffekt auslösen.

einige Produktdetails sind noch geheim

Stichwörter sind die Begriffe Modul- und Baukastensystem. Illustrationen will das Gründerteam noch nicht öffentlich zeigen, verraten wird aber, dass mit einem einzigartigen aber nachhaltigen Material gearbeitet werde, das zu 100 Prozent recycelbar sei. Die Einheiten, die ebenso wie das Startup englisch LGU heißen, leisten Regenwasserspeicherung, Luftfilterung und dienen der Artenvielfaltssteigerung, beschreibt Porstner im Gespräch mit der HNA. Die in mehrjährigen Versuchen entwickelten Bauteile kommen aus dem 3D-Drucker. „Unser Netzwerk ist komplett, wir sind jetzt quasi auf der Startbahn und kurz davor, LGU zum Fliegen zu bekommen. Schwalmstadt werde dabei zur „Pionierstadt“.

Die drei Jungunternehmer seien der Stadt sehr dankbar, seit Langem in der ehemaligen Harthberg-Kaserne Raum zu haben. Porstner spricht von Studiogelände sowie einer Kreativschmiede und bezieht sich selbstbewusst auf die legendäre Apple-Gründer-Garage im kalifornischen Silicon Valley.

Startup ist gut vernetzt

Dass sich die Drei nicht nur gefühlt im Höhenflug befinden, belege die Zusammenarbeit mit Spezialisten für Biodiversität der Senckenberg-Gesellschaft. Auch die TU Darmstadt und in Sachen 3D-Druck das Fraunhofer Institut seien eingebunden, argumentiert Porst.

Als Berater habe LGU inzwischen den Schwalmstädter Harald Manz gewonnen. Das sei gewissermaßen naheliegend, denn die Manz und Partner Steuerberatungsgesellschaft ist Nachbar am Harthberg. Auch ein Hauptinvestor ist im Boot, heißt es.

Eine geförderte RKW-Gründerberatung (Beratungs- und Weiterbildungsunternehmen RKW Hessen) absolvierte das Startup im Frühjahr. Im RKW-Jahresbericht ist zu lesen, LGU habe das „Potenzial ausgeräumte Landstriche in artenreiche Lebensräume zurückzuverwandeln, „Green Cities“ voranzubringen und dazu beizutragen, überhitzte Städte zu kühlen. Das Team sei auf der Zielgeraden. (Anne Quehl)

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