Trauernde Mütter und Väter: Staffelübergabe bei der Eltern- und Selbsthilfegruppe Sternenkinder

Stille Spuren der kleinen Boten

Der Verein Sternenkinder stellt sich neu auf mit von links Henrike Tiefers, Doreen Horn, Alexandra Beuth und Heidi Schöpfer. Foto: Herche/nh

Schwalm. Vor fünf Jahren riefen Alexandra Beuth (Rommershausen) und Heidi Schöpfer (Treysa) die Sternenkinder-Arbeit ins Leben. Unterstützt wurden sie dabei von Pfarrer Hartmut Wagner von der Evangelischen Kirchengemeinde Franz von Roques in Schwalmstadt. Nach anfänglichen Problemen haben sich inzwischen an vielen Stellen Türen geöffnet.

Viele Betroffene, oft auch ältere Menschen, erklären nach Angaben der Initiatorinnen, wie wichtig es sei, über das Problem reden zu dürfen. Das unsichtbare Thema werde immer weniger Tabu und die Erinnerung an die Sternenkinder wird sichtbar. Es ist nicht nur der leere Stuhl am Tisch, die Trauer um das Kind, um den Lebensentwurf: Sternenkinder können Spuren hinterlassen wie es lebende Kinder tun würden, so die Frauen weiter.

Start mit Gräberfeld

Doch bei genauer Betrachtung habe die Sternenkinder-Arbeit 2004 begonnen, als auf dem Treysaer Friedhof ein Gräberfeld für Kinder, die vor Ablauf des sechsten Schwangerschaftsmonats gestorben sind, eingeweiht wurde. Aus der Initiative, die damals durch Alexandra Beuth und Pfarrer Dieter Schindelmann in die Wege geleitet wurde, entstanden seit 2010 die nächsten Schritte.

Zwei Termine im Jahr

In Kooperation mit dem Krankenhaus und unter Beteiligung der Kirche, Organisten und des Chores, der Stadt und vielen mehr finden seit 2012 zweimal jährlich Gemeinschaftsbestattungen der Sternenkinder statt. Am anonymen Wiesen-Gräberfeld kamen Sterne als Symbole dazu und kleine gepflasterte Wege und Plätze für Erinnerungsgegenstände wurden errichtet.

Zurzeit ist ein Schild geplant, das Friedhofsbesucher darüber unterrichtet, wer dort bestattet ist. Ein Flyer, der über die Möglichkeiten des Begräbnisses informiert, wird über das Krankenhaus und Arztpraxen an betroffene Eltern ausgegeben.

Im Jahre 2012 wurde die Eltern- und Selbsthilfegruppe Sternenkinder gegründet. Die betroffenen Eltern treffen sich monatlich einmal, um im Kontakt und Austausch mit Menschen zu sein, die Ähnliches erfahren und durchlebt haben. Darüber hinaus werden Veranstaltungen im Schwalm-Eder-Kreis angeboten.

Wechsel im Team

Kürzlich gab es einen Wechsel im Team. Aufgrund neuer beruflicher Wege gibt Heidi Schöpfer den Staffelstab weiter. Die Sternenkinder-Arbeit wird fortgeführt von Alexandra Beuth sowie durch Doreen Horn (Schwalmstadt-Treysa) und Henrike Tiefers (Homberg-Almuthshausen). (ras)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.