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Immer mehr Störche: ADAC rät zu Vorsicht beim Fahren

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Von: Matthias Haaß

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Imposanter Anblick: Rund 185 Störche machte im Sommer 2020 auf einem Feld bei Ziegenhain Schwalmstadt Rast. Archiv
Imposanter Anblick: Rund 185 Störche machte im Sommer 2020 auf einem Feld bei Ziegenhain Schwalmstadt Rast. Archiv © Sandra Böhm

Störche sind in unserer Region glücklicherweise keine Seltenheit mehr. Immer mehr dieser imposanten Vögel suchen sich den Schwalm-Eder-Kreis als Heimatort aus. Die Storchenstation Wabern listet auf ihrer Homepage Horste in Willingshausen, Wabern, Schwalmstadt, Malsfeld und Fritzlar auf. Auch in Schreckbach gibt es auf dem hohen Schornstein einer Gärtnerei ein Nest.

Schwalm-Eder. Je mehr Vögel da sind, desto größer ist aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass Mensch und Tier aufeinandertreffen. In Ziegenhain machten im Sommer 2020 zum Beispiel 180 Tiere Station auf einem frisch geackerten Feld.

Davor warnt jetzt konkret der ADAC Hessen-Thüringen. Im April starte die Brutsaison, weshalb tieffliegende Störche die Straßen kreuzen oder Storchenansammlungen den Blick auf sich ziehen können, so der Automobilclub. Thomas Kramer, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen rät Autofahrern – nicht nur – in storchenreichen Regionen: „Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden halten, Geschwindigkeit anpassen und während der Fahrt aufmerksam sein.“

Dass die Gefahr real ist, bestätigt auch Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation Wabern. Immer wieder würden Störche von Fahrzeugen verletzt werden. Die Vögel würden an Straßenrändern nach Nahrung suchen – auch an der Autobahn.

Wenn es regnet, wäre es besonders gefährlich, da die Störche dann nicht so schnell in die Luft kämen, weiß die Fachfrau und bittet Autofahrer um Aufmerksamkeit: „Runter vom Gas“.

Ein wertvoller Ratschlag, denn nicht nur die Störche werden bei einem Unfall verletzt oder gar getötet. Auch für Auto und Lkw-Fahrer kann ein Zusammenstoß fatale Folgen haben, wenn ein drei bis vier Kilogram schweres Tier bei womöglich hoher Geschwindigkeit durch die Windschutzscheibe kracht.

Der ADAC macht noch auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. „In storchenreichen Regionen habe ich es schon oft erlebt, dass es zu Auffahrunfällen kommt, da sich manche Autofahrer von den Störchen ablenken lassen. Das ist gefährlich“, erklärt Pressesprecherin Laura Ferfort. Bei einem Auffahrunfall geht man in der Regel aufgrund des sogenannten Anscheinsbeweises davon aus, dass der Auffahrende Schuld hat, mahnt der ADAC. Wer Storche beobachten möchte, ist also schlecht beraten, wenn er auf der Straße abrupt bremst.

Davor warnt auch die Polizei Schwalm-Eder. Jeder Verkehrsteilnehmer habe sich nach der Straßenverkehrsordnung so zu verhalten, dass er keinen anderen schädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen notwendig, behindert, erklärt Dirk Daniel, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes auf Anfrage der HNA: „Dazu gehören der Sicht und Witterung angemessene Geschwindigkeit, ausreichende Abstände - halber Tachowert in Meter: Selbstverständlich ist das Parken außerhalb geschlossener Ortschaften auf der Fahrbahn verboten.“

Parken auf dem Autobahnstreifen ist verboten und wird mit einem Bußgeld von 70 Euro belegt, informiert der ADAC. Das Parken auf Landstraßen sei nur bei einem vorhandenen Seitenstreifen erlaubt, so Thorsten Kramer: „Ansonsten beträgt das Bußgeld für Parken außerhalb geschlossener Ortschaften bis zu 30 Euro“.

Um Störche zu beobachten, sucht man sich also am besten einen Parkplatz und nimmt ein Fernglas zur Hand.

Damit können Vogelfreunde den Tieren nahe kommen, ohne zu stören. Wer einen verletzten Storch findet, kann sich an die Storchenstation Wabern wenden. Bei Unfällen ist die Polizei einzuschalten. (Matthias Haaß)

Homepage: /stoerche-wabern.bplaced.net/

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