Stolpersteine gelten der Familie Sonn

Weitere Stolpersteine in Neukirchen: Siegbert starb mit knapp 18 Jahren

Schüler trugen die recherchierte Familiengeschichte der Sonns vor ihrem Haus vor. Teilnahmen auch Bürgermeister Marian Knauff, Erster Stadtrat Jürgen Lepper, die Stadträte Helmut Reich und Gerd Höfer, Stadtverordnete und viele weitere Interessierte.
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Schüler trugen die recherchierte Familiengeschichte der Sonns vor ihrem Haus vor. Teilnahmen auch Bürgermeister Marian Knauff, Erster Stadtrat Jürgen Lepper, die Stadträte Helmut Reich und Gerd Höfer, Stadtverordnete und viele weitere Interessierte.

In Neukirchen wurden drei weitere Stolpersteine verlegt, vor dem Wohnhaus Untergasse 3. Gedacht wird damit der Familie Moritz Sonn. Dazu präsentierten Schüler ihre Recherchen.

Neukirchen – Nicole Axt, Anna-Lena Frau, Theresa Riedemann, Boris Bauer, Nils Schäfer, Lea Ritter und Chiara Bernhardt, alle Schüler der Steinwaldschule Neukirchen, hatten einiges herausgefunden über die Sonns.

Der Großvater, geboren 1845, war Witwer und Veteran aus dem Krieg 1870/71. Die Fahne des Kriegervereins habe er mit Stolz getragen, bis die Nationalsozialisten auch ihm dies verboten. Sein Sohn Moritz, Jahrgang 1879, war Pferdehändler. Nachdem seine Frau früh starb, heiratete er ein zweites Mal: Mit Ehefrau Berta, geborene Katzmann, hatte er einen Sohn, Siegbert, 1925 zur Welt gekommen. Berta hieß auch seine Tochter, geboren 1908.

Sie heiratete und wanderte dann bald mit ihrer Familie nach Amerika aus. Immer wieder habe sie die Eltern gebeten, nachzukommen – was sie nicht früh genug versuchten.

Einer von über 75 000 Stolpersteinen: Gunter Demnig hat mit dem Gedächtnis-Kunstwerk 1992 begonnen.

Moritz und Berta Sonn starben 1942 im Vernichtungslager Sobibor im besetzten, südöstlichen Polen, Sohn Siegbert, kam in Lublin-Majdanek um, einem Konzentrations- und Vernichtungslager, ebenfalls in Polen. Sein Todestag ist dokumentiert: 19. September 1942, da war er 17 oder 18 Jahre alt.

Rund 100 Menschen nahmen an der Gedenkveranstaltung in der Knüllstadt teil. Gunter Demnig, der in der Vergangenheit selbst in Neukirchen war, war aktuell verhindert. Ende Dezember 2019 hatte er in Memmingen den 75 000sten Stolperstein verlegt. Seit 2014 sind in Neukirchen 28 Stolpersteine verlegt worden. (aqu)

Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus

Der Künstler Gunter Demnig ergänzt sein wachsendes, dezentrales Kunstwerk, das größte dieser Art weltweit, zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus weiter. Die Stolpersteine sollen im Stadtbild die Auseinandersetzung mit den Schicksalen nationalsozialistischer Ausgrenzung und Verfolgung anregen. Sie werden vor dem letzten frei gewählten Wohnort der Opfer in den Gehweg eingelassen. Eine Messingplatte nennt mit der Inschrift „Hier wohnte…“ den Namen, den Geburtsjahrgang sowie die Umstände des Todes.

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