Schwalmstadt ehrt Helmut Schwedhelm in einer tiefbewegenden Zeremonie

Ein streitbarer Kämpfer

Große Anerkennung: Helmut Schwedhelm nahm im Rathaussaal Ziegenhain die Ehrenplakette der Stadt entgegen. Rechts neben ihm seine Frau Marion Honé und 1. Stadtrat Detlef Schwierzeck.

Schwalmstadt. Einen so gefühlsgeladenen Moment hat man im Stadtparlament wohl nie erlebt: Mit der Verleihung der Schwalmstädter Ehrenplakette dankte die Stadt einem Mann, der in Gesundheit Außergewöhnliches leistete und in Krankheit umso authentischer für die Interessen aller Schwalmstädter eintritt. Minutenlang applaudierten die Stadtverordneten, die sich von den Plätzen erhoben hatten. Die vielen Gäste, die Schwedhelm zu Ehren gekommen waren, schlossen sich an.

Anrührend war die Rede von Bürgermeister Dr. Gerald Näser, trotz der schweren Erkrankung an ALS, die erst im Frühjahr diagnostiziert worden war, „kämpfst du, machst in dem Rahmen weiter, wie es deine Krankheit zulässt.“ Und: „Dafür hast du unseren großen Respekt und unsere Bewunderung.“ Näser schloss mit einem Zitat von Charlie Chaplin: „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“

Zwischen Humor und tiefer Niedergeschlagenheit pendelte die Dankesrede Schwedhelms. Ganz bewusst nutzte er die Gelegenheit, seine Anliegen an die Zukunft vermächtnisartig zu verewigen. Von einer Umwelt mit mehr Rücksicht auf Menschen mit Behinderung bis zu dem Wunsch, dass die Treysaer Bahnhofstraße bald ihre erstrangige Bedeutung zurückerhalten möge. Die Auszeichnung, die er mit begründet hatte und die er nie erwartet hätte zu erhalten, widmete er auch seinen Kindern.

Während der Geehrte immer wieder um Stimme und Fassung ringen musste, ließ er das ganze Spektrum seiner demokratischen Streitbarkeit und unverrückbar heiter-positiven Lebenseinstellung aufleuchten. Vor einem langen Defilee aller Anwesenden trug sich Helmut Schwedhelm ins Goldene Buch der Stadt ein, die Teilnahme am anschließenden vorweihnachtlichen Umtrunk ließ er sich nicht nehmen. Foto: Quehl

Von Anne Quehl

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