Dr. Bernd Jäckel hat ein Familienbuch der Gemeinde Schrecksbach erarbeitet

Suche nach den Wurzeln

Dr. Bernd Jäckel

Schrecksbach. Dr. Bernd Jäckel ist gebürtiger Schrecksbacher. Der Physiker, der heute nahe der Schweizer Grenze lebt, hält engen Kontakt in seine Heimat. „Die Wurzeln sind mir und meiner Frau sehr wichtig“, sagt er. Und über seine Wurzeln hat Jäckel auch geforscht.

Mehr als zehn Jahre – seit 2003 – arbeitete er an der Zusammenstellung des Schrecksbacher Familienbuches. In mühevoller Recherche hat Bernd Jäckel Historisches zusammen getragen. Seinerzeit hatte ihm Pfarrer Heinrich Kimpel zunächst erlaubt, die Kirchenbücher zu fotografieren. „Die Fotos konnte ich später am Computer auswerten“, erläutert der Schrecksbacher.

Im Laufe von zwei Jahren wurden so aus acht Kirchenbüchern mehr als 3000 Doppelseiten fotografiert und später ausgewertet. „Dabei musste das Lesen der handschriftlichen Eintragungen erst erlernt werden, weil vor 1960 fast alle Daten in altdeutscher Schrift eingetragen wurden“, verdeutlicht Jäckel. Erst im zweiten Lesedurchgang habe er Unstimmigkeiten beseitigen können. Die Recherche brachte Erstaunliches zutage.

In der Auswertung der Kirchenbücher von 1574 bis 1940 sind fast 8800 in Schrecksbach geborene Kinder dokumentiert. „Dazu kommen noch fast 4700 Personen, die in Schrecksbach eingeheiratet haben – inklusive deren Eltern. Falls sie bei der Hochzeitseintragung erwähnt wurden“, erklärt er.

Insgesamt seien in den Kirchenbüchern in der Zeit von 1574 bis 1940 mehr als 660 Familiennamen erwähnt worden, es gründeten sich mehr als 3200 Familien. Erfahrungsgemäß habe es immer wieder Krisen- und Kriegszeiten gegeben, in denen eine lückenlose Führung der Kirchenbücher nicht möglich war.

Auch in den Kirchenbüchern von Schrecksbach habe es solche Zeiten gegeben. Speziell im Fall der Totenbücher habe er zunächst nicht zu schließende Lücken vorgefunden, erklärt Jäckel. Fehlende Geburtseinträge hätten jedoch durch Konfirmationseintragungen, Hochzeitseintragungen mit Altersangaben und Todeseintragungen ergänzt werden können. „Die Daten wurden bewusst nur bis 1940 ausgewertet, um datenschutzrechtliche Probleme zu umgehen“, sagt der Schrecksbacher.

Neben dem 1000 Seiten umfassenden Familienbuch in zwei Bänden gibt es ein computergestütztes interaktives Familienbuch. Dieses Familienbuch könne mit jedem Internet-Browser gelesen werden und bestehe aus mehr als 22 000 Datensätzen, welche miteinander vernetzt seien, erläutert der Autor.

Von Sandra Rose

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