Technik sorgt für Frust

Schwalmstadt: Auszählung kann sich lang hinziehen

Konzentriert über den Stimmzetteln: von links Natalia Tautfest, Andreas Krüger und Katja Schwartz sind im Ziegenhainer Rathaus mit der Auszählung beschäftigt.
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Konzentriert über den Stimmzetteln: von links Natalia Tautfest, Andreas Krüger und Katja Schwartz sind im Ziegenhainer Rathaus mit der Auszählung beschäftigt.

Die ersten Trendergebnisse für die Kommunalwahl gibt es schon, unterdessen laufen in den Schwälmer Rathäusern die Auszählungen weiter, und zwar unter strengen Hygieneauflagen und mit deutlich mehr Personal.

Schwalmstadt. Und als säße den Teams nicht nur die Zeit im Nacken, kamen am Montagvormittag auch noch technische Probleme hinzu. „Offenbar ist das neue Programm Votemanager, in das wir die Ergebnisse einpflegen müssen, völlig überlastet“, berichtet Wahlleiterin Doris Heinmüller aus dem Ziegenhainer Rathaus.

Deutlich abzulesen ist das auch in den Gesichtern des Teams von Micha Schaub, der Janine Seifner und Burkhard Albers zur Auszählung an der Seite hat und erstmal nichts machen kann – außer warten. Gerade sieben Stimmzettel habe man geschafft, weil das Programm ständig abstürze, berichtet er. Das Programm sei nicht neu, erläutert Doris Heinmüller, es sei schon zur Europawahl zum Einsatz gekommen, „da war der Aufwand allerdings überschaubar“. Insgesamt drei Auszählungswahlvorstände mit jeweils zehn Leuten plus Mitarbeiter beider Rathäuser werden im Laufe der Woche die Stimmzettel auswerten. „Es könnte, auch aufgrund der technischen Probleme, tatsächlich bis zum Freitag dauern“, sagt die Wahlleiterin, die schon in der Nacht zu Montag lange ausharrte: „Die letzten Briefwahlvorstände waren bis nachts um 2 Uhr beschäftigt.“

Wahlleiterin Doris Heinmüller zeigt die Tabellen im Programm Votemanager.

Auszählung mit FFP2 Schutzmaske

Gearbeitet wird in Dreierteams, die die Ergebnisse der Stimmzettel, auf denen kumuliert und panaschiert wurde, quasi eins zu eins in das Programm eingeben müssen: Am Beispiel von Team Schaub bedeutet das, dass Micha Schaub am Rechner sitzt, Janine Seifner die Ergebnisse übermittel und Burkhard Albers kontrolliert jedes einzelne Kreuz. Alle tragen medizinische oder auch FFP2-Masken, Desinfektionsmittel stehen bereit, viele Fenster offen. Im Sitzungssaal kontrolliert ein Team die Niederschriften, auch Petra Ulbrich vom Wasserwerk schaut konzentriert auf die Papiere. Hinter Sichtschutzwänden türmen sich beschriftete Kartons aus insgesamt 24 Präsenzwahlbezirken. „Die müssen abgearbeitet werden“, zuckt Doris Heinmüller mit den Schultern. Unterdessen muss sie immer wieder Fragen beantworten – Frust in den Teams ist deutlich zu spüren.

Aus 24 Präsenzwahlbezirken sind die Wahlunterlagen ins Rathaus Ziegenhain gebracht worden.

Auch Büroleiter Stefan Beckmann hat für die technischen Probleme wenig Verständnis: Einen Testlauf habe es zwar gegeben, aber man habe im Alltag keine Zeit, sich in das Programm einzulesen. „So etwas muss einfach reibungslos funktionieren. Eben lief tatsächlich noch ein Update durch“, ärgert er sich. Wenige Minuten später können immerhin Natalia Tautfest, Andreas Krüger und Katja Schwartz wieder arbeiten. Doris Heinmüller hofft, dass sich die technischen Probleme im Laufe der Woche lösen, sie wünscht sich aber in erster Linie, dass alle Mitarbeiter und Helfer gesund bleiben. „Wir haben Schnelltests angeboten und die wurden auch so gut wie von allen Helfern in Anspruch genommen – das wäre das Schlimmste, wenn ein ganzes Rathaus wegen Corona dichtmachen müsste.“ Falls die Auszählung bis Donnerstag beendet sein sollte, wird das Rathaus wieder öffnen. (Sandra Rose)

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