Festung: Eine Mittelinsel als Querungshilfe soll Fußgängern helfen und die Geschwindigkeit drosseln

Tempo 30 ist dauerhaft vom Tisch

Über die Straße: Etwa dort, wo die Pfeilspitze ist, wird eine Mittelinsel zur Querungshilfe gebaut. Darauf verständigte sich das Stadtparlament nach langer Diskussion mit letztlich großer Mehrheit. Foto:/bearbeitet: Quehl

Ziegenhain. Für Bündnis 90/Die Grünen ist es eine „Fehlentscheidung“, für die SPD eine „Notlösung“, für die Freien Wähler nicht der beste Kompromiss: Trotzdem hoben sich im Stadtparlament zu später Stunde die Hände von 26 von 32 Stadtverordneten für den Bau der Mittelinsel in Höhe des Gasthofs Landgraf in Ziegenhain. Fußgängern soll sie als Querungshilfe dienen, wenn sie über die Landgraf-Philipp-Straße gehen wollen.

Der Jahre alte Antrag der Grünen auf Einführung von Tempo 30 auf der Hauptstraße im Festungsbereich stand ebenfalls zur Abstimmung an, eine knappe Mehrheit sagte dazu nein. Die Grünen und fast alle SPD-Parlamentarier waren dafür gewesen.

Über mehr als drei Jahre hat sich die Angelegenheit gezogen. Verkehrs- und Fußgängerzählungen, eine Unterschriftensammlung, diverse Ortsbeiratssitzungen, und Ausschussbesichtigungen hatte es gegeben. Ausschlaggebend war letztlich ein Ortstermin hochrangiger Behördenvertreter. Sie entschieden, dass weder ein Fußgängerüberweg (Zebrastreifen), noch eine Druckampel noch Tempo 30 zulässig seien.

Johannes Biskamp (B‘90, Grüne) trat dennoch vehement für weitergehende Schritte ein, SPD-Sprecher Michael Schneider vermisste „etwas mehr Engagement und guten Willen“, schließlich gehe es lediglich um eine Gemeindestraße. Andererseits sei es nun wichtig, dass „überhaupt etwas passiert“, das Warten auf ein Konzept könne wohl ein Jahrzehnt dauert.

CDU-Sprecher und Ortsvorsteher Karsten Schenk betonte, dass für Tempo 30 keine Notwendigkeit bestehe, der Ortsbeirat habe die Querungshilfe einstimmig begrüßt.

Schließlich hatte Parlamentschef Reinhard Otto mit der Ordnungsglocke für Ruhe zu sorgen, um ein Wortgefecht zwischen Grünen und CDU über die Tische zu stoppen.

Von Anne Quehl

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