1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt

Pilotversuch: Ab Montag gelten am Wasserwerk bloß die Vorfahrtsregeln

Erstellt:

Kommentare

Für Fahrer gelten ab Montag die allgemeinen Vorfahrtsregeln, bei Bedarf durch Fußgänger springen die Lichtzeichen auf Rot. Der Pilotversuch ist zunächst auf zwölf Wochen begrenzt.
Für Fahrer gelten ab Montag die allgemeinen Vorfahrtsregeln, bei Bedarf durch Fußgänger springen die Lichtzeichen auf Rot. Der Pilotversuch ist zunächst auf zwölf Wochen begrenzt. © Anne Quehl

14 000 Fahrzeuge bewegen sich im Durchschnitt täglich über die B 454 durch Treysa – je 7000 pro Richtung. Das ergab eine siebentägige Verkehrszählung im vorigen November an insgesamt sechs Punkten.

Schwalmstadt – Dieser zunächst zwölfwöchige Pilotversuch betrifft Tausende Autofahrer in Schwalmstadt: Die Ampelanlagen der sogenannten Kreuzung Wasserwerk in Treysa werden abgeschaltet. Start ist am Montag, 23. Mai, die neue Regelung soll zu einem besseren Verkehrsfluss führen.

Demontiert werden Ampeln auf der weitläufigen B 454-Kreuzung zwischen Walkmühlenweg und Wieragrundkreisel keinesfalls. Es kommt sogar ein Ampelmast neu hinzu, wenn der Versuch erfolgreich verläuft, erläuterte Jakob Schmieling-Knüppel, der Projekt-Verantwortliche von Hessen Mobil (Kassel), am Freitag im Gespräch mit der HNA.

Bedarfsampel für Fußgänger

Der Knotenpunkt sei eine wichtige Querungsstelle für Fußgänger, die auch künftig sicher über alle Zufahrten gelangten. Durch einen weiteren Ampelmast solle die Überquerung der Sachsenhäuser Straße per Lichtzeichenanlage für Fußgänger sicher ermöglicht werden.

Für den Kraftverkehr werden einige Grünzeichen abgedeckt, nur die gelben und roten Ampelfarben bleiben weiterhin sichtbar. Diese zeigen dann nur nach Anforderung eines Fußgängers Rot für die Fahrzeuge auf der Fahrbahn. Die Ampel wird somit zu einer reinen Bedarfsampel umfunktioniert.

Der zwölfwöchige Pilotversuch soll laut Hessen Mobil zeigen, ob ein selbstständiges Einfahren ohne Ampelregelung eine Verbesserung der Situation schafft. Insbesondere in Spitzenstunden am Morgen und nachmittags kommt es, vor allem Richtung Kreisel/Wierastraße, zu teils erheblichen Rückstaus.

Endgültige Entscheidung folgt im August

Im August wollen die Verkehrsbehörde des Kreises, die Polizei und Hessen Mobil gemeinsam entscheiden, ob die Änderungen dauerhaft bestehen bleiben.

In den Spitzen- oder Starkverkehrszeiten staut sich der Verkehr oft stark zurück, laut Ortsvorsteher Jörg Hebebrand manchmal bis zur Alten Molkerei. In dem Pilotversuch, der am Montag beginnt, gelten für die Fahrer aus der Sachsenhäuser Straße, aus der Bahnhofstraße sowie für Linksabbieger in Richtung Sachsenhäuser Straße nur noch die allgemeinen Vorfahrtsregeln, um in den fließenden Verkehr der Hauptrichtung einzubiegen. Hessen Mobil hat dazu eine Verkehrsflusssimulation auf Grundlage der Daten erstellt und erwartet, dass die neue Regelung positiv wirkt.

Das erfordert eine gute Planung, es gab verschiedene Varianten, die wir diskutiert haben

Jakob Schmieling-Knüppel

Schon lange, so am Freitag Jakob Schmieling-Knüppel von Hessen Mobil (Kassel) im Gespräch mit der HNA, bestehe seitens der Stadt der Wunsch, den Verkehrsfluss an dem Knotenpunkt zu verbessern. Schmieling-Knüppel: „Das erfordert eine gute Planung, es gab verschiedene Varianten, die wir diskutiert haben.“

Versuchsaufwand eher gering

Letztlich sei jetzt der Aufwand gar nicht so groß. Ein Ampelmast wird neu aufgebaut, für die Versuchsphase zunächst mobil. Das Lichtzeichen soll in Höhe des Sitzplatzes platziert werden, um die Fußgängerquerung zwischen Sachsenhäuser Straße und Aldi abzusichern. Aus Richtung Hephata kommend dürfen Autofahrer ab Montag nur noch rechts Richtung Wieragrund-Kreisel abbiegen, es werden entsprechend Baken aufgestellt. Fahrer, die Richtung Friedrich-Ebert- oder in die Bahnhofstraße wollen, müssen den Kreisel umrunden.

Zu Einzelheiten gab es in den vergangenen Tagen nochmals einen Termin mit Vertretern von Stadt, Polizei, Kreis und Hessen Mobil, alle hofften auf das Verständnis der Verkehrsteilnehmer und auf deren Umsicht, so Schmieling-Knüppel.

Hessen Mobil geht dabei nicht von einer signifikanten Zunahme der Verkehrsmenge aus, wenn das A 49-Teilstück Neuental-Treysa im Sommer geöffnet wird. Nach HNA-Informationen wird unverändert ein Datum um den 1. Juli anvisiert. Wenn die Autobahn an die A 5 angeschlossen ist, geht Hessen Mobil sogar von einer Verringerung des Verkehrs in Treysa aus.

Pinhard zeigt sich optimistisch

Bürgermeister Stefan Pinhard teilt auf unsere Anfrage mit, dass die Stadt eine Verbesserung der Situation im Bereich des Kreisverkehrs will, es handele sich um einen Test, der Pilotversuch schaffe ersteinmal keine endgültige Situation, „sollte es zu Problemen kommen, kann der Versuch jederzeit abgebrochen werden bzw. wird die Änderung nach der Auswertung nicht umgesetzt“.

Testphasen seien nichts Ungewöhnliches, Beispiel Mini-Kreis Drehscheibe Homberg. Pinhard verweist zudem auf einen Beschluss des Stadtparlaments, dass die Situation am Kreisel geprüft werden soll. Bei Ausfällen der Ampel habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass sie verzichtbar sei.

Pinhard weiter: „Die Eröffnung der Autobahn wird mehr Verkehr mit sich bringen, welcher diesen Kreisverkehr durchfahren wird. Daher startet der Pilotversuch schon im Vorfeld.“ Über prognostizierte Zahlen teilt der Bürgermeister nichts mit, aber „der Durchgangsverkehr wird mit Sicherheit steigen“. Verkehr stelle aber „keinen Makel per se dar, als Mittelzentrum muss Schwalmstadt Verkehr aushalten, der ja auch Ausdruck von Prosperität ist. Eine ähnliche Situation hat Alsfeld bereits seit Jahren.“

Auch interessant

Kommentare