Heute beginnt das 14. World-Music-Festival – Die Harmonie ist allen das Wichtigste

Total locker und entspannt

Frühstück vor dem Campingbus: links Sarah Jungblut (47) aus Köln mit ihrer Tochter Saphira (22) und Julian (20). Fotos: Quehl

Willingshausen-Loshausen. Die Sonne scheint, Zelte, quietschbunte Campingmobile, alte Caravans und Pavillons verteilen sich wie vielfarbige Streublumen über die Schwalmwiesen, lachende Gesichter, wohin man schaut: Das 14. World-Music-Festival in Loshausen läuft sich warm.

„Wir fühlen uns hier wie eine riesen Familie“, erzählt Meik Koch (38, Großenenglis), „es ist eine komplett andere Welt“. Schon vor Tagen sind die ersten Festivalteilnehmer angereist, und nur allmählich wird sich das friedliche Camp nächste Woche wieder auflösen, übrigens ohne massig Müll und Unrat zurück zu lassen.

Denn das „World-Music“ ist anders, sagt Esther. Alle kennen hier die 54 Jahre alte Hausfrau aus der Nähe von Bad Segeberg, die hier zeltet, ihre Auszeit des Jahres nimmt und so lange keinen Nachnamen braucht. Nein, „brüllen und müllen“ wie auf anderen Festivals, das laufe hier nicht, Esther erlebt hier „Achtsamkeit und Sorgsamkeit, total locker und entspannt“. Ein richtiger „Luxusplatz“ ist es für sie, auch wegen der Möglichkeit, in der Schwalm zu baden.

Waschen am Fluss

Das tun viele, berichtet Koch, ein Waschplatz mit Brausen wurde eingerichtet, doch aus Umweltbewusstsein verzichtet man auf Seife und Shampoo.

Alle möglichen Leute genießen den Zusammenhalt, die Musik von 16 Bands, das unbeschwerte, zwanglose Leben, Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer. Vom Baby bis zum 80-Jährigen.

14. World Music Festival in Loshausen

Größer werden soll das Festival nach dem Willen des Kulturvereins Klangfreunde gar nicht, dieses Jahr wurden nur halb so viele Plakate geklebt, auf sehr bekannte Bands verzichtet man bewusst. „Auch das Dorf zieht mit“, sagt der gebürtige Loshäuser Helmut Schlemmer, der den Klangfreunden seine Wiesen zur Verfügung stellt. Voriges Jahr hat Schlemmer den Besuchern eine neue Treppe hinauf zur Straße gebaut, unterstützt von der Bäckerei Brandt. Die anfängliche Skepsis bei den Loshäusern sei verflogen, sie sind alle herzlich willkommen auf dem Campinggelände und im Schlossgarten. Schlemmer: „Für die Gemeinde ist das hier ja schon ein Aushängeschild.“

Von Anne Quehl

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