Hospitalskapelle: Die Irish-Folk-Band „The Fretless“ bot unbändige Spielfreude

Die Träume vom Glück

Mitreißend: The Fretless unterhielten in der Hospitalskapelle. Foto:  Ehl-von Unwerth

TREYSA. Mit traditioneller irischer Folklore startete der Kulturverein Schwalmstadt in die nunmehr vierte Saison seiner Reihe „Kultur vor Ort“: Bevor in den kommenden Monaten Kabarett, Bauchreden, klassische Musik und junge Künstler aus der Region auf dem Programm stehen, präsentierte sich am Freitagabend die Irish-Folk-Band „The Fretless“.

In der voll besetzten Hospitalskapelle spiegelten die kanadischen Musiker in ihrem instrumental geprägten Programm die irischen und schottischen Wurzeln ihrer Vorfahren wider.

Im Mittelpunkt des weitgehend aus Eigenarrangements bestehenden musikalischen Repertoires stand der typische schnelltaktige irische Volkstanz. In beeindruckender Instrumentalharmonie ließen die Streicher mittels Violinen und Cello fröhlich-dynamische und düster-mystische Klänge in fesselnden Melodien miteinander konkurrieren. Daneben sorgten melodiös-gefühlvolle Balladen sowie gesangliche Sequenzen der charmanten Ivonne Hernandez für facettenreiche musikalische Botschaften von der grünen Insel.

Zu den thematischen Motiven des in seiner kanadischen Heimat bereits vielfach ausgezeichneten Quartetts gehörten gutmütige Dummköpfe und böse Buben („Dirty Harry“), die Liebe zu Landschaft und Musik („June Tune“), Träume vom Glück und tiefer Glaube („As we pray“) sowie die zuweilen harte Realität des Lebens auf der grünen Insel („Harder to walk“).

Ihre unbändige Spielfreude krönten die vier Vollblutmusiker zum Vergnügen der Gäste mit „spontan entglittenen“ instrumentalen Kabinettstückchen. Neben dem intensiven Klangerlebnis sowie einem Kontakt im ungezwungenen englischen Plauderton genossen die Besucher vor allem auch die geringe räumliche Distanz zu den Musikern bei diesem „Ganz-nah-Konzert“ auf Augenhöhe. All jene Komponenten trugen dazu bei, dass sich das Publikum an diesem Abend sichtlich amüsierte: Mit nickenden Köpfen, rhythmisch klatschenden Händen und wippenden Beinen bewegte sich die knappe Hundertschaft konsequent im Takt der Musik und gewährte am Ende den verdienten Schlussapplaus für ein mitreißendes Konzerterlebnis.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

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