Spielerisch Freunde finden

Treysa: An der Eckhard-Vonholdt-Schule soll eine Bank für mehr Miteinander sorgen

Platz auf der Freundebank: Die Viertklässler mit von links ihrer Lehrerin Silke Zwinger und Referendarin Annika Becker
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Platz auf der Freundebank: Die Viertklässler mit von links ihrer Lehrerin Silke Zwinger und Referendarin Annika Becker. 

Sie ist bunt und einladend – die neue Freundebank auf dem Schulhof der Eckhard-Vonholdt-Schule in Treysa.

Und das kreative Projektergebnis der Klasse 4a und Annika Becker, die ihre pädagogische Facharbeit zu genau diesem Thema schreibt. Unterstützt wird sie von Silke Zwinger, Klassenlehrerin der 4a.

Die Idee zur „buddy bench“ (englisch für Freundebank) hat ihren Ursprung an einer kanadischen Grundschule, wo dank ihr schon seit einiger Zeit niemand mehr allein spielen muss. Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Wer in der Pause allein ist, setzt sich dorthin und wird dann zum Pausenspiel eingeladen beziehungsweise von anderen Mitschülern abgeholt.

Schüler werden zu Spionen

Um jedoch nicht einfach nur eine Idee zu kopieren, erarbeitete Becker mit ihrer Klasse theoretische und praktische Herangehensweisen. Angefangen bei der schlichten Beobachtung und anschließenden Auswertung des Pausentreibens durch die Schüler bis hin zu einem szenischen Spiel, in dem möglichst reale Situationen durch die Kinder auf dem Schulhof nachgestellt wurden, um eine Definition des Begriffes Freundschaft erarbeiten zu können. 

Nachdem die Kinder dann auch noch für einige Tage in die Rolle der Spione schlüpfen durften, um so genau einschätzen zu können, ob es dieser Bank auch wirklich bedarf, war schnell klar – die Bank muss gestaltet und möglichst zügig auf dem Schulhof aufgestellt werden.

Handabdrücke auf der Bank

Sie wurde bunt gestrichen, jedes Kind hinterließ auf der Bank seinen Handabdruck. „Die Namen wollten wir nicht darauf verewigen, denn die Bank sollte ja nicht ausschließlich als ein Produkt der Klasse 4a betrachtet werden, sondern allen zur Verfügung stehen“, so die angehende Lehrerin (Lehrkraft im Vorbereitungsdienst) Annika Becker. Die Werbetrommel sollte auch gerührt werden. So besuchten die Viertklässler andere Klasse und stellten das Projekt vor.

Stiften soll die Bank auch Integration: An ihrem Beispiel wird deutlich, wie einfach ein Kind, das eben noch ein Außenseiter war, dazu gehören kann. Auch weil die Bank als Vermittler fungiert – das macht es den Kindern leichter, sich anderen gegenüber zu öffnen und sich mit dem Thema Freundschaft zu beschäftigen. „Wenn du einen Freund hast, bist du nicht allein“ – diesen Satz haben die Kinder als eine wichtige Quintessenz herausgearbeitet.

Bank unterstützt Integration

Schulleiterin Barbara Kaufmann-Wechsel unterstützt das Projekt: „Besonders solche Aktionen für wertschätzende Schulkultur, die dann auch noch nachhaltig sind und sich perspektivisch zu neuen Ritualen entwickeln können, liegen mir am Herzen.“

Fragt man die Kinder, bietet die Bank nur Vorteile: „Man lernt so auch mal andere Kinder kennen, mit denen man vielleicht vorher noch nie gespielt hat.“ „Wichtig ist auch, dass wir mit der Freundebank auch Kindern, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, die Möglichkeit bieten, non-verbal – nur durch das Sitzen dort – den Willen zu äußern, dabei sein zu wollen.“ 

Ginge es nach der 4a, stünde spätestens im Sommer noch eine zweite Freundebank auf dem vorderen Schulhof – damit die Schulgemeinschaft noch enger zusammenrückt.

Von Vanessa Schnücker

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