„Wir wollen Ihnen alle nur helfen“ 

19-jähriger Familienvater wegen Drogen erneut vor Gericht in Schwalmstadt 

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Ein Vater sthet erneut vor Gericht.

Einen ganzen Maßnahmenkatalog umfasste das Urteil, das kürzlich über einen 19-Jährigen für den unerlaubten Erwerb von Betäubungsmitteln gefällt wurde.

20 Mal hatte der Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis 2018 jeweils 0,3 Gramm Heroin für den Eigenkonsum gekauft.

Der unerlaubte Erwerb wurde mit dreiwöchigem Jugendarrest, 100 gemeinnützigen Arbeitsstunden, zehn Beratungsgesprächen bei der Sucht- und Drogenberatung und drei Beratungen beim Hilfsangebot Jugend stärken im Quartier sowie einem Drogenscreening im Anschluss an die Arrestzeit belegt.

„Wir wollen Ihnen alle nur helfen. Noch können Sie ihr Leben in den Griff bekommen und Verantwortung für sich und ihr Kind übernehmen“, ermahnte die Richterin des Amtsgericht Schwalmstadt den Vater einer Tochter. Bei Anwendung des Erwachsenenstrafrechts hätte der Angeklagte mit einer mehrjährigen Haftstraße ohne Bewährung zu rechnen gehabt. Der Angeklagte zeigte sich im Gerichtssaal reumütig, gestand die Taten und gab an, selbst von den Drogen abgelassen zu haben. In der Kindheit habe er Schulwechsel und Mobbing wegstecken müssen. Nicht einfach wäre auch die lange gesundheitliche Leidenszeit der Mutter gewesen, die im vergangenen Jahr verstorben sei.

Mit regulären Erziehungsmaßnahmen sei dem Angeklagten in der Vergangenheit nicht wirklich beizukommen gewesen, habe er dem Bericht der Jugendgerichtshilfe zufolge doch über lange Zeit die Schule geschwänzt und verschiedenste Beratungsangebote ausgeschlagen. Einen Schulabschluss hat der Angeklagte nicht und auch beruflich bislang keine Perspektiven.

Die Akte des jungen Mannes hatte Eintragungen mit Delikten wie Fahren ohne Fahrerlaubnis, Unterschlagung oder Diebstahl, die auch schon mit Jugendarrest und Arbeitsstunden geahndet wurden.

Der Angeklagte wurde bei der Gerichtsverhandlung von seinem Vater, der all die Jahre seinen Sohn nie fallen gelassen hat, begleitet. Die Richterin lobte das Verhalten des Vaters, der seinen Sohn selbst gerne in einer Therapie gesehen hätte.

„Mit ihrem Verhalten machen Sie es Ihrer Familie schwer. Sie leben auf Kosten des Vaters und Ihrer Geschwister. Ihr Leben braucht eine 180-Grad-Wende, sonst führt der Weg ins Verderben“, so die Worte der Richterin, die in ihrem Urteil dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft gefolgt ist.

Sollte auch nur eine Maßnahme des Urteils nicht angetreten werden, droht dem 19-Jährigen Beugehaft.  

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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