Empörung über Rückschnitt

Ärger in Treysa über heftigen Kahlschnitt: Büsche auf Privatgrund gekappt

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Ärgern sich über das grobe Vorgehen: Teile der Grundstücksbepflanzung am Haus von Brigitte und Hans-Rüdiger Preuß wurden beim Rückschnitt der Böschung auf der gegenüberliegenden Straßenseite großzügig mit entfernt.

Brigitte und Hans-Rüdiger Preuß aus Treysa verstehen die Welt nicht mehr: „Wir reden so viel von Arten- und Umweltschutz. Und vor der eigenen Tür werden Rückzugsorte für Tiere mutwillig zerstört.“

Die Treysaer sind entsetzt, was sich Ende Februar direkt vor ihrer Haustür abspielte.

In drei Etappen wurde die Böschung entlang des asphaltierten städtischen Zufahrtsweges zu ihrem Haus am Ostweg, für den die Familie seit dem Hausbau 1967 die Nutzungsgestattung hat, massiv gerodet.

„Mit einer Art großem Rechen sind die städtischen Mitarbeiter zu Werke gegangen“, berichtet Brigitte Preuß. Dabei wurde auch die Grundstücksbepflanzung der Familie massiv beschnitten. 

Das Vorgehen beschreibt Brigitte Preuß als äußerst rabiat: Insgesamt vier Bäume – zwei Eichen und zwei Birken, mindestens 70 Jahre alt, aber laut der Anwohner gesund – wurden entlang der Böschung gefällt. Zuvor entfernten die Arbeiter großzügig üppig gewachsene Sträucher. „Keine Frage, das ist städtischer Grund. Aber man hätte uns doch vorab informieren können“, ärgert sich das Ehepaar.

Fällung: Auch vier Bäume mussten weichen.

Wie grob beim Schnitt vorgegangen wurde, ist deutlich sichtbar. Denn auch die gegenüberliegende Grundstücksbepflanzung der Preußes hat deutlich gelitten. Sträucher, die eine dichte Hecke bildeten, wurden zu großen Teilen einfach vertikal abgeschnitten oder schlicht geköpft. Allenfalls grob wurde der Schnitt entsorgt. „Äste wurden wenige Meter weiter einfach hingeworfen“, berichtet Hans-Rüdiger Preuß.

Stadt beruft sich auf Sicherungspflicht: Die Sträucher auf städtischem Grund im Ostweg wurden entfernt.

Auf Nachfrage bei der Stadt, ob die Reste noch abgeholt würden, erklärte man, die Arbeiten seien abgeschlossen. Bürgermeister Stefan Pinhard verweist darauf, dass die Stadt aus seiner Sicht ausschließlich der Verkehrssicherungspflicht nachgekommen sei. Zu Beschädigungen an der Grundstücksbepflanzung der Familie sei es nach seiner Kenntnis nicht gekommen.

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