Alles stand unter Dampf

Eisenbahnfreunde Treysa luden ein zum Kesselwurst- und Lokschuppenfest

Beliebtes Fotomotiv: Die Lokomotiven wurden beim Fest der Eisenbahnfreunde Treysa immer wieder abgelichtet. Fotos: Decker

Treysa. Frühlings-Temperaturen boten am Sonntag gutes Wetter für das Kesselwurst- und Lokschuppenfest der Eisenbahnerfreunde Treysa. Besucher strömten vom Bahnhof zum Festplatz.

Sie wurden bequem per Schienenbus transportiert.

Beim Fest gab es viel zu sehen. Die vereinseigene Dampflok 52 8106 konnte stilecht über die steilen Einstiegsstufen erklettert werden, was vor allem den Kindern Spaß machte. Doch auch viele Erwachsene schafften die Hürde und ließen sich im Inneren von Janos Nemeti Details der ehemaligen Kriegs- und Güterzuglok erklären. „Bis zu zehn Tonnen Kohle verbrauchen wir bei unseren Ausflugsfahrten“, erläuterte der Heizer. Seit gut drei Jahren sei die Lok jedoch nicht mehr in Betrieb, da sie keinen Tüv mehr habe.

Der Verein leihe sich für seine Fahrten Dampflokomotiven aus, denn noch fehlten rund 500 000 Euro für die Instandsetzung. Mit schwarzem Dampf war die derzeit geliehene Dampflok 03 1010 vom DB-Museum aus Halle die Attraktion auf dem Gelände.

Viele Männer blieben neben den beeindruckend großen Rädern stehen und fachsimpelten über die Technik. Beim Dampfablassen sprangen die Besucher aber rasch zur Seite.

Am Nachmittag befuhr die Lok die Drehscheibe und kreiste einige Mal um sich selbst, hunderte Fotoapparate und Handys hielten die Szene fest. Die Jüngsten konnten eine Runde mit der Kindereisenbahn fahren oder sich auf der Hüpfburg austoben.

Die Geschwister Miriam und Robin erklärten ihre mitgebrachten Dampfmaschinen, und für sportliche Gäste gab es eine Draisine, die mit Muskelkraft angetrieben werden musste. Je nach körperlichem Einsatz schwankte die Geschwindigkeit enorm. Die Dampfkesselwurst fand bei den Besuchern reißenden Absatz. Für die Herstellung bedurfte es bei den Köchen akrobatischer Fähigkeiten, denn der Grill für die Würstchen war nur über den Dampfdom, einer Einstiegsluke auf dem obersten Punkt des Wagens, zu erreichen.

Am späten Nachmittag fuhren die letzten Gäste wieder Richtung Bahnhof heim. Dort angekommen, zeigten sich viele aber verärgert über das Erscheinungsbild ihres Bahnhofs: Die Treppe zur Unterführung war mit Fäkalien verschmiert, und die verdreckte Eingangshalle roch nach Bier und Urin. „Das ist peinlich und kein Aushängeschild für die Stadt“, schimpfte ein Passant.

Eisenbahnfreunde Treysa luden ein zum Lokschuppenfest

Von Christiane Decker

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