Altenpflegeheim in Gewerbegebiet Harthberg?

Investor plant Pflegeheim in Gewerbegebiet Harthberg

+
Kritik nicht nur aus den Reihen der Stadtverordneten: Auch von der Firma Abalon werden die Pläne für ein Pflegeheim im Gewerbegebiet am Harthberg kritisch gesehen.

Wohnraum oder gar ein Altenpflegeheim im Gewerbegebiet Harthberg?

Bürgermeister Stefan Pinhard plädierte in der Stadtverordnetenversammlung für ein Prüfverfahren, das 20 000 Euro koste, um zu klären, ob das Gewerbegebiet in ein Mischgebiet gewandelt werden könne.

Für den Fraktionsvorsitzenden Freie Wähler, Thomas Kölle, ein Unding: In seinen Augen handelt es sich bei dem Areal der ehemaligen Harthberg-Kaserne um ein Industriegebiet, bei dem die Interessen der bestehenden Anrainer berücksichtigt werden müssen.

Kölle selbst nahm Kontakt zum Geschäftsführer der Abalon Hartwood Hessen GmbH, Manfred Reinkemeier auf und verlas in der Sitzung der Parlamentarier am Donnerstagabend dessen Sichtweise zu einem angedachten Seniorenheim. „Ich sehe nicht, wie das in einem Industriegebiet möglich beziehungsweise sinnvoll sein kann. Unser Betrieb ist auf 24-Stunden-Nutzung angewiesen.

Die Anfahr- und Abfuhrbarkeit durch Rundholz-Lkw, Container-Lkw und Sattelzüge muss 24 Stunden gegeben sein. Auch muss in bestimmten Bereich die Möglichkeit gegeben sein, nachts zu arbeiten“, so der Geschäftsführer in seiner Mail. Unter anderen Umständen ließe sich der Betrieb nicht wirtschaftlich betreiben. So plädierte Kölle dafür, sich selbst ein Bild über die Lage zu machen, bevor 20 000 Euro in ein Prüfverfahren gesteckt würden. Hinter den Plänen für ein Seniorenheim und ein medizinisches Zentrum stehe, so erklärte Pinhard, ein Investor, der bereits ein Grundstück erworben habe und nun auf verlässliche Aussagen warte. „Der Investor hat gewusst, wo und was er kauft“, konterte Kölle.

Verwunderung über Absichten des Bürgermeisters

Auch Heidemarie Scheuch-Paschkewitz, Die Linke, zeigte sich über die Absichten des Bürgermeisters verwundert, wären in der Vergangenheit Pläne für Studentenwohnraum als nicht umsetzbar deklariert worden, sei das Gewerbegebiet Harthberg doch für Wohnzwecke nicht geeignet, da die Böden zum Teil auch belastet seien. „Doch schon jetzt leben Menschen auf dem ehemaligen Kasernengelände: Flüchtlinge und ein Wohnprojekt der Sozialen Arbeit. Wie verträgt sich das?“, fragte die Stadtverordnete.

Dr. Constantin Schmitt, FDP, sprach sich für die Öffnung des Gewerbegebietes aus, böten die „dynamischen Kräfte der Wirtschaft doch Möglichkeiten der Entfaltung“.

Die CDU sprach sich mit Marcus Theis für eine Klärung der offene Fragen aus, bevor ein teures Prüfverfahren angestoßen werde. Der Punkt wurde mit 22 Ja-, 13 Nein-Stimmen und einer Enthaltung zurückgestellt, sodass es zunächst kein Prüfverfahren gibt.

VON REGINA ZIEGLER-DÖRHÖFER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.