208 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer engagieren sich in Schwalmstadt

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Trafen sich zum dritten Mal: Ehren- und hauptamtliche Helfer in der Flüchtlingsarbeit kamen jetzt beim Forum Asyl in Treysa zusammen.

Treysa. 30 Patenschaften, zahlreiche Sprachkurse, 25 Einsätze von Dolmetschern - das sind nur einige Dinge, für die sich Flüchtlingshelfer in Schwalmstadt seit einem Jahr einsetzen. 208 Ehrenamtliche arbeiten inzwischen beim Forum Asyl.

"Seit gut einem Jahr gestalten wir gemeinsam Flüchtlingshilfe. Was wir aufgebaut haben, kann sich sehen lassen. Solidarität, Offenheit und ein hohes Maß an Mitmenschlichkeit zeichnen dieses Forum aus", bilanzierte Diakon Björn Keding, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, die Arbeit des Forums Asyl.

Die Aktivitäten 

30 Patenschaften, zahlreiche Sprachkurse, 25 Einsätze von Dolmetschern - das sind nur einige der Eckdaten, die Keding nannte und die die Arbeit der 208 im Forum gemeldeten ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Schwalmstadt wiedergeben. An diese wandte sich auch Bürgermeister Stefan Pinhard. Er betonte, dass es ihm ein Anliegen sei, „das großartige Engagement für die Flüchtlinge zu würdigen“.

Die Teams 

Aktuell gibt es sieben Themengebiete und Teams. Claudia Wagner-Zängler präsentierte die Arbeit des Café Diwans in der Treysaer Steingasse. Das Café bietet seit einem Jahr freitagabends bei Kuchen, Kaffee und Tee die Möglichkeit der Begegnung und Unterstützung.

Keding stellte Kurt Dönges als neuen Verantwortlichen für das Möbellager des Forums vor. Auch die Verwendung einer Spende von 60 Computern für die Flüchtlingsarbeit wurde angesprochen - denkbar seien eine Art Internetecke im Café oder auch elektronische Sprachkurse.

Dorothea Simpfendörfer sprach für das Team Sprache. Die Mitglieder bieten Kurse an. Sie sagte: „Wir merken, dass wir viel mehr sein müssten, um die Menschen individuell zu begleiten.“

Die Zahlen 

Andreas Schnücker, Projektkoordinator für Flüchtlingsfragen im Schwalm-Eder-Kreis, legte aktuelle Zahlen auf den Tisch: Derzeit gebe es im Kreis 1950 Asylbewerber sowie 100 Anerkennungen pro Monat.

Generell sei ein Rückgang der Zahlen zu beobachten. Seien es im vergangenen Jahr noch 120 pro Woche gewesen, liege die Zahl nun im niedrigen zweistelligen Bereich.

Silvia Scheffer, Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werks, erläuterte, dass vor allem alleinstehende Männer aus Afghanistan und Pakistan von Ablehnungsbescheiden betroffen seien. Scheffer erklärte, wie wichtig eine fundierte Berufsausbildung oder Arbeitsstelle sei - nur so hätten die Menschen eine positive Bleibeperspektive.

Die Hilfen

Zudem stellte Scheffer den Rechtshilfefonds des Diakonischen Werks vor, aus dem Flüchtlinge einen Zuschuss für Rechtsmittel gegen ihren Ablehnungsbescheid erhalten könnten. Thomas Kaschinski vom Arbeitsmarktbüro für Flüchtlinge mahnte die Wichtigkeit von guten Deutschkenntnissen an. Er prognostizierte eine Konkurrenzsituation bei Hilfstätigkeiten im Niedriglohnbereich, die häufig von Flüchtlingen übernommen würden. Es lohne der Versuch, sich Zeugnisse aus der Heimat nachschicken zu lassen, um Qualifikationen nachweisen zu können.

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