Treffpunkt der Kulturen

Arbeitskreis lud in Treysa zum Fest der Begegnung ein

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Boten Waffeln an: Die drei Schwestern Rahaf, Ragad und Raffif Zakaria (von links) reichten am Stand des Arbeitskreises die frisch gebackene Süßigkeit. 

Treysa. „Das sind echte Schwälmer“, freute sich Piotr Pacher (Polen), der sich mit der eritreischen Familie Samuel und Hermann Schwedhelm am Fest der Begegnung am Sonntag in Treysa einen Tisch teilte. Genüsslich verdrückten die Kinder Salam, Elim und Mahled, die alle schon in Deutschland geboren sind, ihre Bratwürste und die beiden Herren im Großvateralter freuten sich über das junge Leben am Tisch.

„Alles nette Menschen“, sagte Piotr Pacher während Bürgermeister Stefan Pinhard die Festbesucher begrüßte. „Es braucht zur Integration mehr als nur ein Dach über den Kopf. Soziale Kontakte, Anteilnahme und eine Perspektive sind wichtig“, sagte Pinhard.

Erstmalig fand das Fest der Begegnung, das vom Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde in Zusammenarbeit mit der Stadt Schwalmstadt im Rahmen des Weindorfes an der Totenkirche organisiert wurde, nicht samstags sondern sonntags statt. „Wir wollten den Fußballspielen nicht ins Gehege kommen. Der Sonntag scheint aber ohnehin der besser besuchte Tag zu sein“, freute sich Jochen Helwig, Sprecher des Arbeitskreises. Auf dem Festplatz mischten sich Menschen aller Kulturen und vor allem das Treiben auf der Hüpfburg der Kinder stellte sich als kultureller Schmelztiegel dar.

Am Waffelstand des Arbeitskreises taten die Mädchen der Familie Zakaria Dienst. „Es ist ein schönes Fest. In Syrien aber war es schon ganz anders“, meinte die 16-jährige Rahaf, die nun eine Ausbildung in einer Bäckerei beginnen wird. Schwester Ragad besucht die neunte Klasse und die neunjährige Raffif gestand: „Waffeln sind total lecker.“

Vater Abdul Raouf Zakaria passte unterdessen auf den jüngsten Sprössling der Familie auf. „Hier ist unsere neue Heimat. Ich arbeite als Friseur, die Kinder gehen zur Schule. In Syrien konnten meine Kinder drei Jahre lang nicht zur Schule“, erklärte Abdoul Raouf Zakaria, der sich über die vielen freundlichen Menschen am Fest freute.

„Die Leute fragen und es gibt viele nette Kontakte“, erzählte der Familienvater. Auf der Bühne sorgte die Band Die Stracke für musikalische Unterhaltung und auch die Rhythmustruppe Sola Quente begeisterte. Sängerin Ela Bechtel verstand es, die gesamte Besucherschar zum Mitsingen zu animieren.

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