Black wird zu Tedi umgeflaggt

Black-Markt in der Bahnhofstraße Treysa ist Geschichte

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Die Ladenschilder hängen schon: Morgen öffnet Tedi auf der Fläche des Black-Marktes. Das Unternehmen will seinen Standort in der Ascheröder Straße trotzdem erhalten.

Treysa. Der Black-Markt im ehemaligen Kaufhaus Sauer sollte in Treysa ein Anziehungspunkt für Schnäppchenjäger werden. Nun ist der Laden aber schon wieder geschlossen.

Im Juli hatte der Black-Markt im ehemaligen Kaufhaus Sauer eröffnet. Es hagelte großflächige Schnäppchenanzeigen, Schwalmstadt zeigte sich als Premium-Standort für einen der ersten rund 50 Black-Märkte in Deutschland, aus denen mittelfristig 1000 werden sollten. Nun ist der Laden geschlossen, letzter Verkaufstag war der 24. Februar. Am 9. März wird er als Tedi-Filiale wiedereröffnet. Dazu Fragen und Antworten.

Wie hängen Tedi und Black zusammen?

Black war ein Tochterunternehmen der Dortmunder Tedi-Gruppe.

 Wird die Tedi-Filiale in der Ascheröder Straße in Treysa nun geschlossen?

Aus der Tedi-Pressestelle erfuhr die HNA, dass beide Geschäfte nebeneinander bestehen sollen und niemand seinen Arbeitsplatz verliert: „Im Zuge der Übernahme kommt es in einzelnen Fällen vor, dass wir zwei Mietobjekte in der Nähe zueinander angemietet haben, so auch in Schwalmstadt. Unsere Filiale an der Ascheröder Straße 58 bleibt geöffnet, kein Arbeitsplatz geht in Schwalmstadt verloren.“

Gibt das Unternehmen die vor Kurzem noch gefeierte Black-Strategie auf?

Offenbar ja, Tedi teilt mit, dass „die bisherigen ,Black-Stores‘ nun sukzessive umgeflaggt und als Tedi-Filialen wiedereröffnet“ werden. Dabei spricht das Unternehmen von einer „großen Expansionsoffensive, die Filialanzahl soll langfristig von aktuell 1800 auf 5000 erhöht werden“.

Eigentlich war das Black-Konzept mit Produkten bis hin zum Fahrrad und zur Lifestyle-Küchenmaschine auf Standorte ab 30 000 Einwohner zugeschnitten, verlief das Geschäft in Treysa letztlich enttäuschend?

Zu der Frage hat Tedi keine Stellung bezogen, da jedoch offenbar die ganze Black-Initiative endet, muss das nicht so gewesen sein.

Manche Schwälmer hatten die Eröffnung von Beginn an beargwöhnt und unterstellt, dass solch ein Billigheimer für die Stadt negativ ist, haben sie Recht bekommen?

Ja und nein, die Fläche stand leer, für die meisten Innenstadtkaufleute galt und gilt jede Belegung besser als Öde. Aber man kann weiterhin kritisieren, dass Massenfilialen und Billigpreisläden in der Stadt weiter Raum greifen, vom Fastfood bis zur Bekleidung.

Warum funktionierte das Black-Konzept offenbar nicht?

Die Branche diskutiert über diese Frage, offenbar ist der Kuchen bereits stark aufgeteilt, was so viel heißen will, dass Black möglicherweise seiner „Mutter“ Tedi sehr wohl Konkurrenz machte, was das Unternehmen offiziell jedoch verneint.     Einiges bleibt letztlich im Dunklen.

Hintergrund: Unternehmen will weiter wachsen

Die Discount-Kette lässt zum Aus für die Black-Markt-Offensive verlauten, dass man sich neu aufstellen und das Beste aus beiden Konzepten vereinen möchte. Aktuell verfügt Tedi über 1800 Standorte in zum Teil guten bis sehr guten Lagen. In Branchennachrichten heißt es, dass Tedi-Läden größer werden und ein breiteres Sortiment bieten sollen, das Ganze überdies „aufgeräumter“. Das Fachpublikum beobachtet das Durchstarten der Dortmunder gespannt aber auch distanziert, schließlich wurde mit der Marke Black ein auf 1000 Läden ausgerichtetes Konzept beim Stand von 50 nach nicht einmal einem Jahr gestoppt. 

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