Büroarbeit nach Maß

Coworking-Space soll in Treysa eröffnen

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Arbeiten gehen zügig voran: (von links) Steve Schuchardt, Alexander Völker, Holger Frey, Patrick Baumgart, Hans-Peter Schultheiß sowie Tanja Damm von der Wirtschaftsförderung Schwalmstadt. 

Das gibt es noch nicht im weiten Umkreis: In Treysa entstehen Büros und ein Konferenzraum für alle, die regelmäßig, gelegentlich oder auch einmalig als Gast einen funktionalen Platz zum Arbeiten brauchen.

Im Coworking Space, auf Deutsch etwa Gemeinschaftsarbeitsbereich, steht von November an alles zur Verfügung, was Gründer, Geschäftsreisende, Studenten, Bahnpendler und alle diejenigen benötigen, die eben nicht einsam in ihren Wohnungen vor sich hin werkeln möchten.

Projekt soll in Bahnhofstraße entstehen

Derzeit wird emsig gearbeitet in der Dachetage der ehemaligen Post in der Bahnhofstraße. Wände wurden geöffnet, Leitungen und eine Teeküche eingebaut, die Innengestaltung renoviert. Auch früher waren hier Büros, jetzt wird alles luftig zeitgemäß hergerichtet. Der Coworking Space bietet seinen Benutzern alles vom W-Lan-Netz bis zum Drucker, vom Flipchart bis zum Kaffeepott. Sogar ein Tischkicker steht zur Verfügung für die Zerstreuung in der Pause. Das Ganze ist vom Klingeln an das Baby von Tanja Damm (Zur Person). Sie hat das Vorbild bei einem Fortbildungsseminar kennengelernt und in ein Schwälmer Modell übertragen.

ICE-Bahnhof in unmittelbarer Nähe

Wie immer bei Neugründungen war von Beginn an das Wichtigste die Lage. Der ICE-Bahnhof ist einen Steinwurf entfernt, womit man eigentlich nah an den Unis in Marburg, Kassel oder der Pädagogischen Akademie Darmstadt sei, so Damm.

Tanja Damm ist froh über den gefundenen Standort, nachdem die erste Wahl, das Geschäftshaus nebenan, wegen Verkaufs weggefallen war. Ganz wichtig ist auch die flexible Nutzbarkeit. Gruppen von bis zu 16 Personen können etwa hier tagen, „die Rahmenbedingungen sind perfekt“.

Stadt ist Mieter

Mieter der Dachgeschosshälfte, die drei Jahre lang leerstand, ist die Stadt Schwalmstadt, das Stadtparlament hatte breite Zustimmung signalisiert. Die Büroausstattung wird über das EU-Förderprogramm Leader und den Kommunalen Ausgleichsstock angeschafft. Zwei der Büroräume werden erst später fertig, da noch Gauben eingebaut werden. Ab nächstem Monat stehen aber sieben Plätze bereit, kommendes Jahr werden es dann zehn sein.

Der Nutzungstarif bietet ebenfalls jede Menge Möglichkeiten. Ein Arbeitsplatz an einem bestimmten Wochentag kostet zum Beispiel 80 Euro pro Monat, für die gesamte Woche 200 Euro monatlich. Das Sitzungszimmer gibt es schon für 50 Euro, ganztägig 90 Euro.

Tanja Damm rief Projekt ins Leben 

Tanja Damm, die seit 34 Jahren im Dienst der Stadt steht, ist das Projekt schon jetzt eine Herzensangelegenheit, erfülle es doch vom Ansatz her eine Reihe zukunftsträchtiger Aspekte.

Die 50-Jährige unterstreicht, dass junge Leute eingebunden werden sollen, die Stadt müsse sich zum Leben und zum Arbeiten empfehlen. Coworking Spaces gebe es in großen Städten schon lange, „diese neue Arbeitswelt gehört auch in den ländlichen Raum“, ist Tanja Damm überzeugt. Das vielgepriesene Homeoffice berge nämlich auch Nachteile, das „Arbeiten in Schlappen und Hausanzug“ sei nicht selten eher eine Bremse für die eigene Produktivität.

Viele stellten mit der Zeit fest, dass sie ihr Privatleben doch lieber vom Job abgrenzen, so Tanja Damm.

Information und Buchung: Tel. 06691/207 124, Virtuelles Gründerzentrum, Marktplatz 7, Treysa.

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