Sexuelle Nötigung und Körperverletzung

Drei Jahre und drei Monate Haft - 33-Jähriger vom Urteil überrascht

Treysa. Wegen mehrerer Delikte, unter anderem sexuelle Nötigung und Körperverletzung, hat das Schöffengericht in Schwalmstadt einen 33-Jährigen aus dem Altkreis zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Augenscheinlich war der Mann von dem Urteil und der Höhe des Strafmaßes völlig überrascht. Als es verkündet wurde, schaute der Mann mit aufgerissenen Augen erschrocken auf den Vorsitzenden – sein Anwalt hatte zuvor auf Freispruch plädiert.

Das Urteil sei ziemlich hart, erklärte der Richter: „Aber das ist so, wenn man solche Sachen macht.“ Laut der sehr ausführlichen und detaillierten Anklageschrift hatte der Mann im vergangenen März versucht, eine inzwischen 17-Jährige zu vergewaltigen. Die Tat habe sich in der Wohnung des Angeklagten ereignet, und auch Drogen sowie Alkohol seien im Spiel gewesen, so die Staatsanwältin. Die ganze Nacht habe der 33-Jährige die Heranwachsende immer wieder an Gesäß und Brust berührt, sich auf sie gelegt und auch entblößt, so die Juristin weiter: „Er hat ihr gesagt, dass er notgeil sei.“

Darüber hinaus zeigte der Mann der Jugendlichen Pornofilme, schlug ihr ins Gesicht und hielt ihr den Mund zu. Frühmorgens gelang es dem Mädchen, aus der abgeschlossenen Wohnung zu fliehen. Mit einem Sprung aus dem Küchenfenster rettete sich das Opfer auf die Straße. Weiterhin warf die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, der Jugendlichen achtmal Drogen überlassen zu haben. Mit den gravierenden Vorwürfen konfrontiert, zog es der 33-Jährige zunächst vor zu schweigen und erklärte: „Sie haben mich schon verurteilt. Ich äußere mich nicht.“ Später gab der Mann an, er könne sich aufgrund seines Alkoholkonsums nicht mehr an alles erinnern: „Es kann doch sein, dass sie mir etwas ins Getränk gemacht hat.“

Die Befragung des 17-jährigen Opfers dauert mehr als eine Stunde. Mit Stichworten aus der Prozessakte versuchte der Vorsitzende einfühlsam der Erinnerung der Zeugin auf die Sprünge zu helfen. Stück für Stück setzte sich so das Puzzle einer dramatischen Nacht zusammen. 2016 habe sie den Angeklagten erstmals auf dem Lullusfest getroffen, sagte die Zeugin: „Er hat gesagt, er ist 22.“ Sie habe in ihm einen besten Freund gesehen, erzählte die junge Frau und gab zu, von dem Mann öfter Drogen bekommen zu haben.

In der Tatnacht seien sie zu dem Angeklagten gefahren, erinnerte sich der Teenager: „Ich wollte etwas rauchen und er etwas trinken. Ich wollte nichts trinken, ich hatte ein schlechtes Gefühl.“

Der 33-Jährige sei zunehmend aggressiv geworden und habe sie aufgefordert, Dinge aus den Pornofilmen nachzumachen, so die Zeugin stockend: „Er hat gesagt: ’Ich will mit dir Sex haben, ob du willst oder nicht’.“

Bis zu dieser Nacht sei der Angeklagte immer nett gewesen, antwortete die 17-Jährige auf die Frage des Gerichts, warum sie nicht viel früher gegangen sei. Ihre Tochter habe sich nach dem Vorfall verändert, sagte die Mutter: „Sie hat danach geweint und wollte nicht mehr rausgehen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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