500 Initiativen in Deutschland 

Erstes Schwälmer Repair-Café für Nachhaltigkeit eröffnet Ende Januar in Treysa

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Reparieren statt wegwerfen: Von links Ehrenamtskoordinator Daniel Helwig und die beiden Bundesfreiwilligen Sigrid Lohrey und Khalil Barakat. 

Treysa. Reparieren statt wegwerfen: Unter dem Motto eröffnet in einer Woche das erste Repair-Café der Region in Treysa. 

Was macht man mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Oder mit einem kaputten Spielzeug? Wegwerfen? Nein, sagt ein Team von Ehrenamtlichen, das am Samstag, 26. Januar, das erste Repair-Café – Reparatur-Café – in der Schwalm eröffnet.

Im Werkraum in der Steingasse 7 in Treysa dreht sich dann alles ums Reparieren. Zwischen 13 und 18 Uhr stehen Helfer bereit, um kostenlos bei allen möglichen Reparaturen zu unterstützen. Zudem sind verschiedene Werkzeuge und Materialien vorhanden.

Besucher des Repair-Cafés sollen ihre defekten oder funktionsuntüchtigen Gegenstände von Zuhause mitbringen: Toaster, Lampen, Föhne, Kleidung, Spielzeug, Geschirr. „Alles, was nicht mehr funktioniert, kaputt oder beschädigt ist, kann mitgebracht werden“, so Ehrenamtskoordinator Daniel Helwig. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Reparatur gelingt, „die Fachleute im Repair-Café wissen fast immer eine Lösung“.

Müll soll reduziert werden 

Durch die Werbung fürs Reparieren möchten die Ehrenamtlichen des Werkraumes zur Reduzierung des Müllbergs beitragen. Das sei sehr notwendig, findet der Ehrenamtskoordinator im Kirchenkreis Ziegenhain. „In Deutschland werfen wir unfassbar viel weg. Auch Gegenstände, denen fast nichts fehlt und die nach einer einfachen Reparatur wieder ordentlich zu gebrauchen wären. Leider steckt das Reparieren vielen Menschen nicht mehr im System. Mit dem Repair Café wollen wir das ändern.“

Das Repair Café sei aber auch dazu gedacht, Menschen in der Nachbarschaft auf neue Art und Weise wieder miteinander in Kontakt zu bringen. Die Menschen sollten entdecken, wie viel Wissen und praktische Fähigkeiten eigentlich vorhanden sind, sagt Helwig. „Wenn man gemeinsam mit einem bis dahin unbekannten Nachbarn einen Toaster, einen CD-Spieler oder eine Hose repariert hat, sieht man diesen doch mit anderen Augen, wenn man ihm das nächste Mal auf der Straße begegnet. Zusammen etwas reparieren, kann zu ganz tollen Kontakten in der Nachbarschaft führen.“

Helwig weist ebenfalls darauf hin, dass eine Reparatur auch Geld sowie kostbare Grundstoffe einspart und zudem zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beiträgt. „Aber wir wollen mit dem Repair Café vor allem zeigen, dass Reparieren Spaß macht und oft ganz einfach ist“, betont der Ehrenamtskoordinator. 

Idee stammt von einer Niederländerin

In Deutschland sind derzeit rund 500 solcher Initiativen tätig. Die Idee zu Repair-Cafés stammt von einer Initiative der Niederländerin Martine Postma. Seit 2007 setzt sie sich für Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene ein. Das allererste Repair-Café organisierte sie 2009 in Amsterdam. Es gibt auch eine Stiftung, „Stichting Repair-Café“, die Gruppen im In- und Ausland unterstützt, mehr im Internet: repaircafe.org

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