Lehrer aus Berufung 

Der langjährige Leiter des Schwalmgymnasiums Heribert Glotzbach ist gestorben

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Pädagoge Heribert Glotzbach.

Dass er Lehrer werden wollte, wusste er schon sehr früh. Es war aber ganz und gar keine Selbstverständlichkeit, dass Heribert Glotzbach diese Laufbahn einschlagen konnte.

Die Eltern hatten in Buttlar in der thüringischen Rhön, dem späteren Sperrgebiet entlang der Zonengrenze, eine kleine Landwirtschaft. Sein Vater, ein Stukkateur, starb, als er 16 Jahre alt war. Die Mutter hatte es sehr schwer, die beiden älteren Geschwister und ihn durchzubringen.

Nach sieben Volksschuljahren, mitten im Krieg, wechselte er auf die Aufbauschule in Fulda, wo der Schulbetrieb 1944 nach der Bombardierung der Stadt eingestellt wurde. Im Folgenden besuchte er die Bischöfliche Lateinschule in Geisa, ab 1947 das Realgymnasium in Fulda.

Nach dem Abitur 1951 studierte Glotzbach in Würzburg und Marburg Mathematik, Physik und Philosophie. Auch das waren keine leichte Zeiten, die Mutter war gezwungen, jeden Pfennig herumzudrehen, an diversen Arbeitsstellen musste der Lehramtsstudent Geld dazu verdienen. Für die Leistung der Eltern und dann der verwitweten Mutter war er lebenslang tief dankbar, berichten seine Kinder.

1957, als er das Erste Staatsexamen ablegte, heiratete er Hedwig Hohmann. Die beiden kannten sich seit den Tagen des Kindergartens.

Bereits das Referendariat leistete Glotzbach zum Teil an der Schwalmschule in Treysa sowie an der Elisabethschule in Marburg. Nach dem Zweiten Staatsexamen wurde er Assesor in Treysa. Wenige Jahre später, 1966, wurde er Stellvertreter von Schulleiter Dr. Obermann. 1979 übernahm er und war der Schulchef bis zum Ruhestand 1993. Die fünfköpfige Familie lebte seit 1968 im neuerbauten Eigenheim in der Treysaer Heinrich-Wiegand-Straße. 

Ein engagierter Familienmensch

Glotzbach, ein ausgewiesener Familienmensch und später auch Großvater von fünf Enkeln, engagierte sich stark in der katholischen Kirchengemeinde und erhielt die Ehrenurkunde des Bistums Fulda. In herausragender Weise ging er in seinem Beruf auf, Generationen von Schülern erinnern sich gern an den Lehrer und Schulleiter, der immer den Menschen im Blick behielt, sich für den einzelnen Schüler einsetzte und sich seinen unerschütterlichen Optimismus stets bewahrte.

Im 90. Lebensjahr ist der Pädagoge vorvergangenen Montag gestorben, Montag wurde er nach dem Heiligen Requiem auf dem Friedhof in Treysa beigesetzt. 

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