Prozess vor dem Amtsgericht Treysa

Hundebisse brachten Schwalmstädter Polizei in Personalnot

Treysa. Drei Polizisten der Wache Ziegenhain im Schwalm-Eder-Kreis sind durch Hundebisse verletzt worden. Jetzt stand der Halter des Tiers vor dem Amtsgericht.

Im Prozess zeigte sich auch, wie dünn die Personaldecke der Polizei im Altkreis ist, besonders nachts.

Angeklagt war ein Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis. Die Staatsanwaltschaft Marburg warf ihm neben zahlreichen anderen Delikten vor, dass die drei Beamten durch Unterlassung verletzt worden waren. In über viereinhalb Stunden bestätigte sich das. Der 25-Jährige, der zurzeit in der JVA Hünfeld einsitzt, muss für weitere 21 Monate ins Gefängnis.

Die Bissattacke ereignete sich im September 2017. Gegen Mitternacht rief die Lebensgefährtin des Mannes die Polizeistation in Ziegenhain um Hilfe. Sofort machten sich zwei Streifenwagen mit vier Beamten auf dem Weg zur Wohnung des Paares. Der Angeklagte sei einschlägig bekannt gewesen, daher sei man mit mehr Kräften ausgerückt, erklärte ein Polizist im Zeugenstand.

An der Wohnung in Schwalmstadt angekommen erwartete die Polizisten aber nicht nur der unter Drogen stehende 25-Jährige, sondern auch dessen Schäferhund. Das Tier habe bellend und zähnefletschend neben dem Angeklagten gestanden, so ein Zeuge. Als sich der Mann der Mitnahme auf die Wache widersetze, biss der Schäferhund im Durcheinander zu.

Als drei Beamte schon verletzt waren, bereinigte der vierte Polizist die Situation: Er zog die Waffe und drohte den Hund zu erschießen. Der Lebensgefährtin des Angeklagten gelang es schließlich, den Schäferhund in der Wohnung einzusperren.

Fünf Beamte waren in dieser Nacht in Ziegenhain insgesamt eingesetzt, drei kamen dienstunfähig zur Behandlung ins Krankenhaus. Eine Streife aus Homberg soll eingesprungen sein.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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