Verträge unter Dach und Fach

Jubel über Ausbau des Bahnhofs und neuen ICE-Halt in Treysa

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Sie hatte sich über Jahre eingesetzt: Nadine Moos (35) aus einer Hephata-Wohngruppe bedankte sich nach der Unterzeichnung bei Minister Tarek Al-Wazir.

Treysa. Nach Jahren des Stillstands sind die erlösenden Kompromisse gefunden: Der Bahnhof Treysa wird in drei Schritten ausgebaut.

Die Unterschriften unter die Verträge setzten am Dienstag Minister Tarek Al-Wazir und DB-Bevollmächtigter Klaus Vornhusen. Mehrfach brandete lauter Beifall auf, ganz besonders, als die Rollstuhlfahrerin Nadine Moos (35) aus einer Hephata-Wohngruppe Minister Tarek Al-Wazir mittels ihres Sprachassistenten herzergreifend dankte und ankündigte, ihn nun bald in Wiesbaden zu besuchen: Der seit 30 Jahren geforderte Ausbau des Bahnhofs Treysa ist endlich in trockenen Tüchern.

Mit ihrer Unterschrift in der Bahnhofshalle vor vielen Streitern für den Bahnhof besiegelten der Minister und der DB-Konzernbevollmächtigte Klaus Vornhusen am  Spätnachmittag die Verträge über die Modernisierung in Schritten.

Sie zeigten sich erleichtert darüber, dass ein Kompromiss gefunden ist zwischen der Vorgabe der Bahn auf das 76-Zentimeter-Niveau und der Tatsache, dass die Nahverkehrsflotte des NVV (Nordhessischer Verkehrsverbund) eine geringere Höhe erfordert. Der Realisierungs- und Finanzierungsvertrag über 19 Mio. Euro wurde zugleich von Susanne Kosinsky (DB Station&Service AG) und Wolfgang Rausch (NVV) unterzeichnet.

Kaum ein Bahnhof habe ihn so beschäftigt, wie der Treysaer, so Al-Wazir, der die herausragende Bedeutung des Projekts mehrfach unterstrich und zugab, Herzklopfen zu verspüren. „Wo, wenn nicht hier“, sagte der Minister mit Blick auf Hephata und löste damit Jubel aus, „Barrierefreiheit ist ein Muss“.

Hoffnung schöpfen darf Borken. Klaus Vornhusen (DB) rief einer Gruppe von Demonstranten für den dortigen Bahnhofsausbau zu, man werde „auch für Borken eine weise Lösung finden“.

Landrat Winfried Becker resümierte: „Eine Region hat zusammen gestanden.“ Vereint habe sie Seite an Seite mit dem Land gekämpft. Nun werde die „große Gemeinschaft im Schwalm-Eder-Kreis“ das Gleiche für den Bahnhof in Borken und die Nahverkehrsstation in Melsungen-Schwarzenberg tun.

Demonstrierte für die Modernisierung auch des Borkener Bahnhofs: Gerd Friedrich.

So sieht das Stufenkonzept aus: Zuerst werden der Bahnsteig am Gleis 1 und ein mindestens 190 Meter langer Teil des Bahnsteigs von Gleis 2 auf 55 Zentimeter erhöht, und das bereits bis Dezember. Es werden Modulplatten eingebaut, sodass die dann auf der Linie fahrenden modernen ICE-Züge dort halten können.

Ende 2019 beginnt die Erhöhung der übrigen Bahnsteige, die Unterführung wird modernisiert und mit Rampen barrierefrei erschlossen. Diese erste Baustufe wird 13,6 Mio. Euro kosten, das Land übernimmt davon 7,8 Mio. Euro.

Auf lange Sicht, spätestens bis 2041, werden die Bahnsteige auf 76 Zentimeter angehoben, abgestimmt auf die Bodenhöhe der in Treysa haltenden Nahverkehrszüge. Das kostet weitere 5,4 Mio. Euro, von denen das Land 4,1 Mio. Euro übernimmt.

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