Seit 42 Jahren unterwegs

Jürgen Schäfer aus Treysa hat den Fahrspaß mit seinem Motorrad nie verloren

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Ist schon immer begeisterter Motorradfahrer: Auch mit 60 Jahren denkt Jürgen Schäfer aus Treysa nicht daran, aufzuhören.

Treysa. Wird das Wetter schön, so zieht es die Motorradfahrer auf ihre Maschinen. Auffällig dabei: Es sind häufig ältere Menschen, die mit dem Motorrad unterwegs sind. Zahlen des Kraftfahrbundesamtes Flensburg bestätigen das. 

So wurden voriges Jahr die meisten Maschinen von Haltern gemeldet, die ein Lebensalter zwischen 50 und 54 Jahren erreicht haben – das waren knapp 831 000. Auch Motorradclubs aus der Region merken, dass ihre Mitglieder immer älter werden.

Jürgen Schäfer (60) aus Treysa fährt seit seinem 18. Lebensjahr Motorrad und denkt nicht daran, aufzuhören. „Wenn ich das Bein nicht mehr übers Motorrad kriege, höre ich auf zu fahren“, sagt er mit einem Lachen. Der Treysaer kaufte sich mit 18 Jahren sein erstes Motorrad, eine 2050er Honda. Auch heute, 42 Jahre später, ist er immer noch begeisterter Motorradfahrer.

Schäfer ist Mitglied im MSC Wasenberg. Die Kontakte zum Motorradclub knüpfte er in den 80er-Jahren durch Zufall. „Ich war abends mit einem Bekannten unterwegs. Der wusste, dass im Club noch was los ist“, sagt Schäfer. „Früher hatten die Kneipen schon ab 1 Uhr zu“, erklärt sein Kumpel Klaus Woywode – ebenfalls Mitglied im MSC Wasenberg.

Regelmäßg kommen die Mitglieder zusammen. „Wer Zeit hat, trifft sich“, erklärt Woywode. „Das ist alles sehr locker.“ Immer wieder werden Motorradtouren geplant. So waren die Mitglieder beispielsweise am Chiemsee, im Allgäu und in Belgien. „Die Bindung zum Verein führt auch dazu, dass ich weiter Motorrad fahre“, sagt Schäfer.

Geld für Motorrad gespart

Dass der Treysaer mit 18 einen Motorradführerschein macht, war ihm früh klar. „Als ich jung war, hatte fast jeder ein Mofa. Mit 16 musste dann ein Moped her, zwei Jahre später ein Motorrad.“ Weil ihm sein Vater kein Geld für eine Maschine geben wollte, sparte sich der heute 60-Jährige die Summe selbst an. „Ich wollte etwas schnelleres fahren“.

Das Motorradfahren bezeichnet Jürgen Schäfer als „feine Sache“. Es sei ganz anders als Autofahren. Über sein Hobby lernte der 60-Jährige 1983 seine Frau Christel kennen. Sie war schon Mitglied im MSC, als Schäfer einen Antrag auf Mitgliedschaft stellte.

Das Ehepaar war lange Jahre gemeinsam mit Motorrädern unterwegs. „Dank unserer Schwiegereltern konnten wir das machen, die haben auf die Kinder aufgepasst“, sagt Schäfer. Die Töchter Annegret und Katja verbrachten viel Zeit im Motorradclub. „Sie sind hier groß geworden, das sind Clubkinder.“ Beide machten mit 18 einen Motorradführerschein.

Traum für die Zukunft

Jürgen Schäfer weiß, dass weniger junge Leute Motorrad fahren. „Die Kosten sind höher als früher und die jungen Leute verdienen erst später Geld.“ Außerdem war es zu seiner Zeit anders, sagt er. „Wir hatten kein Internet und kein Handy“. Junge Leute haben heute andere Interessen.

Der MSC Wasenberg hat bisher keine Nachwuchsprobleme. „Die Mitglieder sind zwischen 20 und 63 Jahren alt.“ Dennoch seien zwei Drittel der 54 Mitglieder 40 und älter.

Jürgen Schäfer hat den Spaß am Motorradfahren noch immer nicht verloren. Einen Traum hat er: Er möchte mit dem Motorrad durch die USA fahren.

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