Der Mensch ist der Plan

Maik Dietrich-Gibhardt ist Vorstandsprecher Diakoniezentrums

Am Schreibtisch: Wenig scheint den Arbeitsplatz von Direktor Maik Dietrich-Gibhardt von denen anderer zu unterscheiden. Im Porträt erzählt er, was seine Aufgaben sind – und wie er sie lösen will.

Treysa. Seit gut einem Jahr ist Maik Dietrich-Gibhardt Vorstandssprecher des Hessischen Diakoniezentrums Hephata in Treysa. Wir haben ihn getroffen.

In Baunatal war er aufgewachsen, in der Nähe von Marburg familiär und beruflich angekommen, als ihm eine Ausschreibung ins Auge sprang, die ihm nicht mehr aus dem Kopf wollte. Hephata sei damals, 2013, gar nicht sein erklärtes Ziel gewesen, sagt Maik Dietrich-Gibhardt, „aktiv gesucht habe ich nicht“.

Doch die frei werdende Position des Vorstandssprechers des Diakoniezentrums passte allzu gut auf den Theologen, muss doch der Sprecher des dreiköpfigen Direktorenteams ein Pfarrer sein. „Das evangelisch-diakonische Profil“ stimmte ganz einfach: „Ich hatte gleich das Gefühl, dass in dieser Stelle alles enthalten ist, was mich interessiert und was ich mitbringe.“ Und in die lange Tradition seit der Gründung des Brüderhauses und den Anfängen der Diakonenausbildung 1901 wollte Dietrich-Gibhardt sich gern einreihen. Immer waren es Pfarrer, die die „Anstalt“, wie man anno dazumal noch sagte, leiteten. Dazu passte es, dass der zweifache Familienvater mit Ende 40 und nach zehn Jahren als Diakoniepfarrer gern noch einmal etwas Neues beginnen, eine vielleicht letzte große Herausforderung wollte, „es ist einem ja klar: noch einmal 20 Jahre werden es nicht mehr sein“.

In Hephata fühlt sich Dietrich-Gibhardt seit nun einem guten Jahr am richtigen Platz, „ich leite gern“. Dabei unterstreicht er, dass er das Management des großen Unternehmens ja nicht allein stemmen muss. Zwei gleichberechtigte Direktoren, Klaus Dieter Horchem (Kaufmännisches) und Peter Göbel-Braun (Sozialpädagogik) hat er zur Seite. So will es auch die Satzung des Vereins Hephata-Diakonie seit den neunziger Jahren, und das ist für den 49-Jährigen auch sehr gut so, „es geht um sehr komplexe Zusammenhänge, viele Menschen hängen davon ab“. Den Chef heraus zu kehren bringe da nichts.

„Manche denken, ich sei mit einem bestimmten Plan gekommen“, erzählt er, „aber das wäre vermessen gewesen.“ Solch ein Plan müsse mit anderen zusammen entwickelt werden. Klar ist nur: „So eine alte Einrichtung wie Hephata muss sich verändern, um zukunftsfest zu sein.“ Das große Thema, das seit fast zehn Jahren schon da war, bleibt die Umsetzung der Dezentralisierung und der Regionalisierung für den größeren Teil der Hephata-Bewohner.

Dietrich-Gibhardt, dem auch der „so wichtige“ Bereich Öffentlichkeitsarbeit untersteht, weiß: „Wir müssen und wollen kommunizieren, was wir tun.“ Das ist weitaus mehr, als allein die Behinderten-Hilfe, etwa die Soziale Rehabilitation und die Jugendhilfe.

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