Macron bezog am Sonntag den Élysée-Palast

Nach der Wahl: Treysaerin Dagmar Sippel beschreibt die Stimmung in Paris

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Selbstporträt vor dem Louvre (kein Handyfoto): Die Künstlerin Dagmar Sippel stammt aus Treysa und lebt seit 30 Jahren in Paris. Vor dem Louvre wandt sich der neugewählte Präsident, Emmanuel Macron, an die Franzosen.

Paris/Treysa. Am Sonntag übergab François Hollande offiziell sein Amt an Emmanuel Macron. Dagmar Sippel beschreibt uns ihre Eindrücke in der Woche nach der Wahl. Seit 30 Jahren lebt die aus Treysa stammende Künstlerin in Paris.

„Es gibt viel zu tun, packen wir’s an: En Marche (vorwärts), Emmanuel Macron“, sagt Dagmar Sippel. Französische Zeitungen titelten nach der Wahl des französischen Präsidenten am vergangenen Sonntag „Le kid“ - The kid – wie der Film von Charlie Chaplin, amüsiert sich die Künstlerin. Ein anderer Journalist schrieb „Macron, der Big Mac“.

Vergangene Woche befasste sich Paris nicht nur mit dem neuen Präsidenten. Am 8. Mai, in Frankreich ein Feiertag, wurde das Ende des Zweiten Weltkriegs gefeiert. Die ganze Champs-Élysées war aus diesem Anlass vom Concorde Platz bis zum Triumphbogen beflaggt in „Bleu-blanc-Rouge“ (blau – weiß – rot), den Farben Frankreichs. Das sehe sehr eindrucksvoll aus, schildert Sippel.

Als Entstehungsort für das Foto, das sie uns schickte, wählte die Fotografin allerdings den Louvre mit der Glaspyramide. Damit wollte sie auch den neuen Präsidenten ehren. Emmanuel Macron habe ganz bewusst den Louvre mit den Pyramiden ausgewählt, um den verdienten Applaus nach seinem Triumph zu genießen und sich an das französische Volk zu wenden, ist die 55-Jährige überzeugt.

Erinnerte an Mitterrand

„Alle haben wir natürlich an Francois Mitterrand denken müssen“, sagt Sippel. Seine Feier und Rede fand damals am Place de la Bastille statt, aber ihm hat der Louvre später die Pyramiden zu verdanken und „es gibt wohl kaum einen besseren, symbolischeren Ort mitten im Herzen von Paris“. In die Geschichte der französischen Präsidenten werde Emmanuel Macron auf alle Fälle eingehen, ist sich nicht nur Dagmar Sippel sicher: „Er ist der Jüngste.“

Viele wollten „Marine“

Für viele – natürlich nicht für die Le Pen Wähler – sei das Wahlergebnis eine absolute Erleichterung gewesen. Mit Angst und Bange haben Dagmar Sippel und ihr Bekanntenkreis die zunehmende positive Stimmung im Clan von Le Pen über Wochen beobachtet. „Sogar beim Einkaufen auf dem Markt war ich überrascht, wie viele Gemüsehändler und auch Kunden stolz zugaben „’Marine’ zu wählen“, sagt sie.

Wie viele andere fasziniert auch Dagmar Sippel die Ehe der Macrons. „Liebe auf den ersten Blick“, meint sie. Macron sei jung (39), dynamisch, intelligent, sehe gut aus und habe Charme; sie ist 25 Jahre älter, seine ehemalige Lehrerin: „Im Gegensatz zu anderen hat er nur eine Frau – Brigitte.“ Am Sonntag zog Macron in den Élysée-Palast ein.

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