Beliebter Ort für sportliche Duelle

Neuer Boule-Platz hinter der Kirche: Das Ziel ist das Schweinchen

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Volle Konzentration: Bashir Mohamed Mumin während des Wurfs der Kugel auf dem Boule-Platz an der Stadtkirche. 

Treysa. Spaziergänger in der Altstadt hören immer häufiger ein unregelmäßiges klackendes Geräusch in der Nähe der Stadtkirche, verbunden mit Ausrufen wie „Wow“ oder „Oh, nein“. Um dem Rätsel auf den Grund zu gehen, lohnt sich ein Blick hinter die Kirche.

Ziemlich sicher stehen dort mindestens zwei, oft auch deutlich mehr Menschen, die Metallkugeln in der Hand halten und sich einen spannenden Wettkampf im Boule-Spielen liefern.

Der Platz steht allen Spielern offen und seit einigen Wochen bieten die Altstadtfreunde jeden Freitagabend ab 18 Uhr ein offenes Boule-Spiel an. Jeder, der Lust hat, darf mitspielen. Sowohl versierte Spieler als auch Neugierige sind willkommen. Sollte jemand keine eigenen Kugeln besitzen, ist das kein Problem, denn Georg Schlamann und Jochen Riege von den Altstadtfreunden haben immer ein paar zusätzliche dabei und geben Anfängern hilfreiche Tipps, wie die Metallkugel am besten geworfen wird.

Sie überzeugten beim Boule-Spiel: Das Gewinner-Team der ersten Runde.

Boule, auch unter dem Namen Pétanque bekannt, ist eine Sportart, bei der zwei Parteien gegeneinander spielen. Entweder spielen zwei Einzelpersonen gegeneinander (Tête-à-Tête genannt, jeder Spieler hat drei Kugeln) oder als Zweierteams (Doublette genannt, jeder Spieler ebenfalls mit drei Kugeln) oder im Spiel Drei gegen Drei (Triplette genannt, jeder mit zwei Kugeln). An dem französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, stehen jedoch zwölf Spieler auf dem Platz.

Sechs Spieler pro Team

Die Altstadtfreunde zeigen sich flexibel und dehnen die Regeln. Schnell haben sich zwei Teams mit je sechs Spielern gefunden, die mit einer Kugel versuchen, möglichst nah an eine kleine Holzkugel, die auch „Sau“ oder „Schweinchen“ heißt, zu werfen. Die Reihenfolge der Werfer bestimmt sich nach folgender Regel: Die erste Mannschaft wirft die Kugel aus Holz ungefähr sechs bis zehn Meter weit und der erste Werfer wirft seine Boule-Kugel aus Metall möglichst nah an die Holzkugel. Die zweite Mannschaft versucht nun, mit einer ihrer Kugeln entweder näher an das „Schweinchen“ zu werfen oder aber die gegnerische Kugel wegzuschießen, was das typische klackende Geräusch verursacht.

Sobald die zweite Mannschaft eine ihrer Kugeln näher an der Holzkugel platziert hat, versucht Team Nummer eins wiederum eine der eigenen Metallkugeln näher an das „Schweinchen“ zu werfen. Wenn alle Mitspieler geworfen haben, wird die Wertung vorgenommen.

Punkte erhält nur die Mannschaft, deren Kugeln am nächsten am „Schweinchen“ liegen. Wer zuerst 13 Punkte erzielt, hat die Runde gewonnen. Die Spieler kommentieren jeden Wurf und so manches Mal muss Georg Schlamann ein Maßband anlegen, um zu bestimmen, wessen Kugel tatsächlich näher am „Schweinchen“ liegt.

Die spontan zusammengestellten Teams am französischen Nationalfeiertag sind fast gleichstark, sodass das Ergebnis der ersten Runde mit 13 zu 11 knapp ausfällt. Doch die Begeisterung hat alle Mitspieler gepackt, sofort wird die nächste Runde begonnen.

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