Vocalgruppe Pro Musica und Instrumentaltrio begeisterten in der Hospitalskapelle

Begeisterten mit Sangeslust und Sangeskunst in der Hospitalskapelle: Die Vokalgruppe Pro Musica unter der Leitung von Reiner Eder.

Was gibt es schöneres, als das eigene Instrument spielen zu können? Nichts möchte man meinen, nach dem Konzert am Samstagabend in der Hospitalskapelle, außer, ein weiteres Instrument sich eigen zu machen.

Was als Soirée de Printemps, als Abendmusik im Frühling, angekündigt war, entpuppte sich als überaus kurzweilige 90 Minuten der Chor- und Instrumentalmusik. Dabei entführten die Vokalgruppe Pro Musica unter der Leitung von Reiner Eder, Siri Eder an der Violine sowie Eva Kirchner und Reiner Eder am Flügel die Besucher musikalisch in die Zeit der deutschen Romantik, des französischen Impressionismus und des britischen Pop.

Neues Repertoire

Mit Eric Claptons „Tears in Heaven“, begleitet von Eva Kirchner am Flügel, Freddy Mercurys (Queen) „Bohemian Rhapsody“ mit Reiner Eder am Tasteninstrument sowie „Fields of gold“ von Sting, bei dem der warme, weiche Klang des Flügels in der Hospitalskapelle durch den Anschlag von Eva Kirchner den Song wunderbar untermalte, hat die Vokalgruppe ihr Repertoire erweitert.

Harmonisches Zusammenspiel: Eva Kirchner am Flügel und Siri Eder an der Violine. Fotos: Diehl

Zuvor hatte Reiner Eder „Raritäten der Romantik“ mit den eher unbekannten Komponisten Carl Ecker und Moritz Hauptmann ausgesucht, mit der Vertonung des Eichendorff-Gedichts „Stimmen der Nacht“ und Goethes „Wanderers Nachtlied“.

Abwechslung im Programm

Der Erfolg des Abends lag sicher auch an dem abwechslungsreichen Programm. So lösten Siri Eder und Reiner Eder den Chor mit Robert Schumanns Sonate für Violine und Klavier a-moll, op. 105, 1. Satz ab, wobei bei dem leidenschaftlichen Ausdruck des atemberaubend vorgetragenen Stücks der Flügel fast die Violine zu übertönen drohte. Dass aber nicht nur Tochter und Vater harmonieren, bewiesen Siri Eder und Eva Kircher beim Ungarischen Tanz Nr. 6 für Violine und Klavier von Johannes Brahms sowie bei der Sonate für Violine und Klavier g-moll op. 137/3 von Franz Schubert.

Nach Camille Saint-Saens-Lied „Romance du Soir“ entführte der 22 Sänger starke Chor, dessen Mitglieder aus der Schwalm, Braunau, Gudensberg und Jesberg kommen, die Zuhörer in die Zeit des französischen Impressionismus. Der steht für kontrastierende Klangkomponenten, bewegte Klangfarbenflächen und verschwimmende Grenzen einzelner Formelemente, mit denen die Atmosphäre impressionistischer Bilder musikalisch nachempfunden wird.

Mit Liedern des Hauptvertreters dieser Epoche, Claude Debussy (1862 bis 1818) sowie von Francis Poulenc gelang es dem Chor, auch mit Liedern über Winter und Schnee ausdrucksstark frühlingshaft-erfrischende Klangwelten zu entfalten, nicht zuletzt dank des sensiblen, souveränen Dirigats von Reiner Eder.

Das kam beim Publikum so gut an, dass der Chor als auch die Instrumentalisten noch eine Zugabe in petto hatten: Das Trinklied „Toss the pot“ von Thomas Ravenscroft (1582 bis 1633) sowie den Militärmarsch von Schubert für Violine und Klavier. (zkd)

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