Essen kommt frisch auf den Tisch

Schwalmstadts Parlament stimmt für Bau einer Küche in städtischer Kita

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In der Kita Wiegelsweg Treysa wird künftig frisch gekocht: Gegen die Empfehlung von CDU und Freien Wählern fiel die Entscheidung für eine Frischküche und die Anstellung einer Kochkraft.

Treysa. Frisch im Hause gekochtes Essen bekommen die Kinder im Wiegelsweg, wenn die Einrichtung erweitert worden ist. Im Parlament herrscht Uneinigkeit.

Nach einiger Bedenkzeit und gegen einige mahnende Stimmen aus den Fraktionen von CDU und Freien Wählern entschied sich das Stadtparlament jetzt für den Bau einer richtigen Küche und damit für das Konzept von Kindergartenleiterin Margit Strehl-Enders.

Die gängige Alternative wäre eine Ausgabeküche gewesen, in der angeliefertes Essen nur portioniert worden wäre. Die Kosten für die Einbauküche sollen 20.000 Euro nicht übersteigen. Nicht benannt sind bisher die Kosten für den erweiterten Raumbedarf.

Eine Fachkraft soll das Essen zubereiten

Eine für 25 Wochenstunden angestellte Fachkraft soll das Essen kochen, die jährlichen Gehaltskosten werden mit rund 25.000 Euro angesetzt. Der Preis pro Essen soll stabil bei 2,85 Euro bleiben oder um maximal 15 Cent steigen. Fällt die Küchenkraft wegen Krankheit aus, sollen andere Kita-Mitarbeiter einspringen. Die Urlaubszeit liegt in den 30 Tagen des Jahres, in denen die Einrichtung geschlossen ist.

Gekocht werden soll vegetarisch, Bio-Anteil 20 Prozent. Eingekauft wird das Essen im Einzelhandel. Thorsten Wechsel (CDU) erneuerte die Skepsis gegenüber dem Frischkochrezept, die Kalkulation sei nicht stimmig. Er erwartet hohe Kosten und auch, dass eine erforderliche Krankheitsvertretung problematisch wird.

Er bemängelte, dass die Alternativrechnung eines Profi-Caterers fehle, und warnte davor, dass auch die anderen Kitas eine Frischküche fordern werden. In Schwalmstadt wird lediglich in der privat getragenen Rappelkiste gekocht. 

SPD: Kosten-Nutzen-Relation ist überzeugend

Ihm entgegnete Sebastian Vogt (SPD), dass die vorgelegte Kosten-Nutzen-Relation überzeugend sei. Vogt: „Kinder in der Ganztagsbetreuung sollten sehen, wie ihr Essen gekocht wird.“ Auch Dr. Jochen Riege (Grüne) begrüßte die Initiative und lobte den neuen Ansatz.

20 Ja-Stimmten reichten am Ende aus, 13 Stadtverordnete hoben die Hand dagegen.

Die Kindergartenleitung geht davon aus, dass künftig immer mehr Kinder ganztags mit Mittagsverpflegung zu betreuen sind.

Betreuung für 74 Kinder ab einem Jahr

Der Kindergarten Wiegelsweg wurde 2014 als reine Krippeneinrichtung für 24 Kinder eröffnet, 650.000 Euro waren investiert worden. Mit dem Anbau kommt Platz für zwei Gruppen hinzu, beide für Kinder über drei Jahre, sodass in der Einrichtung künftig bis zu 74 Kinder betreut werden. Es wird mit Kosten von mehr als 1,1 Mio. Euro gerechnet – ohne Mobiliar. 

Die um rund 250.000 Euro gestiegene Bausumme war im März bekannt geworden. Architektonischer Clou: Der Bau wird um eine Eiche herum gruppiert. Sie steht hinter dem Gebäude und soll im Zentrum eines Innenhofs weiterwachsen. Wann genau gebaut wird bzw. wann alles fertig ist, wurde noch nicht mitgeteilt.

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