Kirstin Pothmann (45) möchte in der Schwalm ankommen

Treysa bekommt neue Pfarrerin

Pfarrerin Kirstin Pothmann schaut vom Plateau der Stadtkirche aus über Treysa.
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Weiter Blick über Treysa: Den wird die neue Pfarrerin Kirstin Pothmann vom Plateau der Stadtkirche aus häufiger genießen können.

Ihre Zelte hat Kirstin Pothmann (45) schon an vielen Orten aufgeschlagen: Von Berlin, wo sie geboren ist, über Hünfeld, Marburg, Göttingen, Bern, zuletzt Baunatal, spricht die 45-Jährige selbst von „einem Nomadenleben“.

Jetzt will sie ankommen in Treysa. Kirstin Pothmann ist ab 1. August neue Pfarrerin der Kirchengemeinde Franz von Roques, sie folgt auf Pfarrer Björn Schwabe.

Nach dem Abitur begann Pothmann das Studium der Theologie. Eineinhalb Jahre setze sie sich mit der Lehre in der Schweiz auseinander, arbeitete, um alles finanzieren zu können, als Assistenzkraft der Unigemeinde. „Wenn ich meinen Mann nicht kennengelernt hätte, wäre ich geblieben“, sagt sie.

Der Liebe wegen packte sie also ihre Habseligkeiten – „alles musste in einen alten Kombi passen“ – wieder ein und kehrte nach Deutschland zurück. Dabei hat sie in der Schweiz viel mitnehmen können für ihre Arbeit als Pfarrerin – etwa die Entwicklung der Quartiersarbeit, die hier, zumindest im Ländlichen, noch in den Kinderschuhen steckt.

Aus einer Lebens- und auch Glaubenskrise heraus entschied sich Kirstin Pothmann, ihr Studium auf Eis zu legen, und lernte den Beruf der pharmazeutisch-technischen Assistentin. In der Apotheke hinter dem Verkaufstresen zu stehen, handwerklich in der Rezeptur zu arbeiten, auch seelsorgerisch den Kunden zur Seite stehen zu können – das hat die Berlinerin lange begeistert.

Neue Pfarrerin möchte Spontanität und Kreativität ins Quartier bringen

In diesen Lebensabschnitt fiel auch die Geburt von Sohn Felix – Beruf und Familie fanden Einklang. Ihr Mann Joachim ist ebenfalls Pfarrer und im Landeskirchenamt für das Spendenwesen zuständig.

Schließlich nahm Pothmann ihr Studium „lachenden und weinenden Herzens ob der Menschen, die ich zurückließ“ wieder auf, ihr Vikariat machte sie bis 2017 im Kirchspiel Lohne/Dorla/Wehren, es folgte der Probedienst in Baunatal. Eine Verbindung in die Schwalm gab es aus dem Vikariat, wo die 45-Jährige in Hephata Glaubenskurse für Erwachsene besuchte.

In den kommenden Tagen wird sie ankommen, die Familie – heute passt allerdings nicht mehr alles in den Kombi. Begeistert sind Pothmanns vom großen Pfarrhaus mitten in der Altstadt. Genau für diesen Bereich, den Hephata-Berg sowie für Rommers- und Dittershausen wird die 45-Jährige zuständig sein.

Sie ist neben den Pfarrern Hartmut Wagner und Dieter Schindelmann nun die Dritte im Bunde – „ich bringe Spontanität und kreatives Chaos mit“. Sie freue sich, mit ihren Kollegen „produktiv um die Sache zu ringen“, sagt Pothmann. Auch auf die Konfer-Arbeit, auf andere Gottesdienstformen und gemeinsam mit dem Kirchenvorstand herauszuarbeiten, was das Beste fürs Quartier sei. Ob Kirstin Pothmann ihre Zelte länger in Treysa aufschlägt, das wird die Zeit zeigen.

Amtseinführung ist am Sonntag, 16. August, um 18 Uhr in der Stadtkirche Treysa.

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