Baubeginn im Herbst 2019

Brauerei Haaß aus Treysa baut neues Sudhaus für eine Million Euro

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Eckhard Haaß, Geschäftsführer der Privatbrauerei Friedrich Haaß in Treysa, präsentiert das neue Jahrgangsbier im Sudhaus der Brauerei.

Die Treysaer Privatbrauerei Friedrich Haaß will rund eine Million Euro in ein neues Sudhaus investieren.

Der Baubeginn sei für Oktober 2019 geplant, sagte Geschäftsführer Eckhard Haaß unserer Zeitung. Investitionen in solcher Höhe würden alle 20 bis 25 Jahre getätigt. Momentan befindet sich die Brauerei laut Haaß noch in Gesprächen mit Technik-Zulieferern. Die Planungen sollen innerhalb der nächsten sechs Wochen abgeschlossen werden.

Der Grund für den Neubau liegt in der veralteten Technik des Sudhauses, das im Jahr 1965 gebaut wurde. „Die Entscheidung hat hauptsächlich energetische Gründe“, erklärte Haaß, der die Brauerei bereits in der vierten Generation leitet. „Wir können mit der aktuellen Technik unseren Energieverbrauch im Sudhaus halbieren.“ Für die Prozesse im Sudhaus wird laut Haaß eine große Wärmemenge benötigt. Zudem sei es immer schwieriger, nötige Ersatzteile für das alte Sudhaus zu bekommen.

Altes Sudhaus bleibt erhalten

Das neue Sudhaus soll im Jahr 2020 in Betrieb genommen werden. Es wird auf dem Brauereigelände direkt an das alte Sudhaus angedockt, das nicht abgerissen wird. Es bleibe „aus nostalgischen Gründen“ erhalten, betonte Haaß. Bis sich die Abläufe im neuen Sudhaus eingespielt haben, soll es eine Übergangsphase geben. In dieser Zeit bleibt auch das alte Sudhaus in Betrieb. Zusätzlich werden zwei neue Lagertanks gekauft, in denen das Bier reifen soll.

Im Sudhaus werden die drei wichtigsten Rohstoffe verarbeitet, die zum Bierbrauen nötig sind: Wasser, Malz und Hopfen. „Es ist das Herzstück einer Brauerei“, sagte Haaß. „Hier werden alle wichtigen Komponenten für ein Bier festgelegt.“

In mehreren Schritten entsteht im Sudhaus dank technischer Anlagen die Bierwürze, die in der sogenannten Würzpfanne mit dem Hopfen vermischt wird.

Archiv-Video: So funktioniert Bierbrauen: Produktion der Brauerei Haaß

Mehr Bier verkauft als im Vorjahr

Die Treysaer Privatbrauerei Friedrich Haaß hat im laufenden Jahr mehr Bier verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Bierabsatz um etwa 100 Hektoliter gestiegen, sagte Geschäftsführer Eckhard Haaß. Besonders der „Super-Sommer“ habe der Brauerei in die Karten gespielt. „Wir sind im Festgeschäft aktiv. Da hat uns das gute Wetter natürlich geholfen“, betonte Haaß. Auch der Absatz von antialkoholischen Getränken wie Wasser oder Limonade sei um 15 Prozent gestiegen. 

Insgesamt verkauft die Brauerei im Durchschnitt 7000 Hektoliter Bier pro Jahr, was 700 000 Litern entspricht. Auch die höheren Bierpreise haben sich nicht negativ auf die Bilanz ausgewirkt. „Das wurde von der Kundschaft akzeptiert“, sagte Haaß. Im März hatte die Brauerei den Preis für eine Kiste Bier um 80 Cent erhöht.

Neues Jahrgangsbier erhältlich

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit hat die Privatbrauerei Haaß in Treysa ihr neues Jahrgangsbier auf den Markt gebracht. In diesem Jahr können sich Bierliebhaber über ein Märzenbier mit einer etwas stärkeren Hopfennote freuen. 

„Es ist ein gefälliges, süffiges Bier, das die breite Masse ansprechen soll“, erklärt Geschäftsführer Eckhard Haaß. Es sei mit Hopfen aus der Hallertau in Bayern und aus Tettnang in Baden-Württemberg gearbeitet worden. 

Es ist bereits das siebte Mal, dass die Treysaer Privatbrauerei ein Jahrgangsbier herstellt. Auch dieses Jahr wurde eine limitierte Auflage von 800 Flaschen gebraut. Das spezielle Bier wird in 1-Liter-Flaschen mit einem Bügelverschluss abgefüllt. Eine Flasche kostet 12,90 Euro und ist in einem Geschenkkarton verpackt. Das Bier ist seit Ende November im Brauereiverkauf in der Ascheröder Straße erhältlich. 

Craft-Beer-Boom

Mit dem Jahrgangsbier wolle sich die Brauerei am Craft-Beer-Boom beteiligen, sagt Geschäftsführer Haaß. „Es geht darum, zu zeigen, was man in der Bierproduktion neben den Standardsorten alles herstellen kann.“ Als Craft Beer gelten allgemein Biere, die handwerklich und unabhängig von meist kleinen Brauereien produziert werden. Solche Spezialbiere seien positiv für das Image und die Vielfalt von Bieren, sagt der 52-jährige Haaß. Insgesamt sei man offener für internationale Einflüsse geworden. 

Bei Haaß werden üblicherweise vier Standardsorten bereitgehalten: Pilsener, Haaßebier sowie das Land- und Bockbier. Zum Abschluss des Jahres bietet die Brauerei zusätzlich ihr Jahresbier an, das diesmal eine bernsteinartige Farbe und einen Alkoholgehalt von 5,2 Prozent hat.

Auch in der Baunataler Hütt-Brauerei wird das Sudhaus modernisiert. Unser Autor hat beschrieben, auf welchem Weg das Bier ins Fass gelangt. 

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