breites Kulturprogramm am Samstag

Kulturnacht in Treysa - Musik und mehr im Untergrund

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Rock unter der Stadtapotheke: Suse Salin sang mit der Band Zores Cover und eigene Songs.

Die Besucher der vierten Kulturkellernacht konnten sich am Samstag an einem breiten Kulturprogramm erfreuen. Es erwartete sie ein Programm aus verschiedenen Kulturdarbietungen. 

Die halbstündigen Auftritte starteten ab 19 Uhr, immer zur vollen Stunde. Somit konnten die Besucher in den Pausen zwischen den Kellern wechseln. Über das abwechslungsreiche Programm freuten sich die Besucher: „Es öffnet neue Perspektiven“, sagten Gudrun und Dieter Dötenbier aus Treysa. Besonders schwärmten sie von der Lesung von Otto Kukla: „Es war ein ganz anderer Text als sonst. Er war zum Lächeln und Nachdenken.“ 

Kukla vom Borkener Schloss Hirschgarten las einen Text über Feldheuschrecken des französischen Insektenforschers Jean-Henri Fabre im Keller des Altstadthotels. Zu Beginn seiner Lesung, die er mit einem Harmonium begleitete, schüttete er einen Eimer Erde vor dem Publikum aus. „Das ist, worum es geht“, erklärte der Schauspieler.

Wiedersehen: Die in Ostfriesland lebende Gesa Osterhorn (rechts) mit ihren Geschwistern Insa und Tjark bei der Kellerkulturnacht. 

Die wohl längste Anreise hatte Gesa Osterhorn: Sie kam aus dem ostfriesischen Leer in die Schwalm, um gemeinsam mit ihrer Familie die Kellerkulturnacht zu besuchen und ihren Bruder Tjark zuzuhören, der dem Duo Tjark und Lorchi angehört. Im kleinen und voll besuchten Gewölbe unter der Stadtkasse spielten sie mit ihren Gitarren bei Kerzenschein Klassiker wie Rio Reisers Junimond.

Rock unter der Stadtapotheke

Etwas rockiger ging es im Keller unter der Stadtapotheke zu. Dort trat die Band Zores auf und animierte das altersmäßig bunt gemischte Publikum zum lautstarken Mitsingen, wie etwa beim Lied Zombie von den Cranberries. Das Quartett brachte auch eine klare politische Botschaft mit: „Schwalmstadt soll bunt bleiben“, sagte Sängerin Suse Salin.

Die Kellerkulturnacht findet alle zwei Jahre in der Treysaer Altstadt statt und wird von den Altstadtfreunden organisiert. Dieses Jahr wurde die Veranstaltung wegen des ausgefallenen Festes der Kulturen vorgezogen. „Die Arbeit hat Spaß gemacht.“, freute sich der Vereinsvorsitzende Georg Schlamann. Es sei schön zu sehen, wie „Leute Freude dabei haben, was dargeboten wird. Jeder kommt auf seine Kosten.“

Fehlende Unterstützung der Stadt

Doch über eine Sache beklagte sich Schlamann: Die fehlende Unterstützung der Stadt Schwalmstadt. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Stadtsparkasse und der Brauerei Haaß. „Ich würde mir wünschen, dass uns die Stadt mehr entgegenkommt, etwa durch die Sperrung der Straßen in der Altstadt“, erklärte er. Die Veranstaltung war ausverkauft. 

Die 220 Gäste belegten jeden Stuhl, sodass manchen Zuspätkommer die steilen Stufen der Gewölbekeller nicht mehr hinunterstiegen und zum nächsten Keller zogen. Der Abend kam beim Publikum gut an: „Es ist toll, dass es dieses Angebot hier in der Nähe gibt“, zog Hanne Strüling aus Treysa Bilanz.

Von Julia Baumann

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