Blauer Sonntag

Treysa: Eisenbahnfreunde präsentierten Projekte und Errungenschaften

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Getarnter Kesselwagen: Vorsitzender André Heide fuhr mit dem neugestalteten Tank mit der Aufschrift „Moha - Frankfurt“. Er wurde am Sonntag erstmals vorgestellt, durch ihn können die Eisenbahnfreunde Wasser mitführen.

Treysa. Zum Blauen Sonntag öffneten die Eisenbahnfreunde ihre Pforten und gaben einen Einblick in die Schatzkammer der Eisenbahngeschichte.

„Sie ist ein Tier: sie zischt, schnaubt, schnieft, tropft und bebt. Sie zieht, wenn sie läuft, einfach jeden in ihren Bann.“ So schwärmt Howard Westoll von der zur Zeit nicht fahrtüchtigen Dampflok, die im Lokschuppen der Eisenbahnfreunde auf den Tag ihrer erneuten Inbetriebnahme wartet. 

2011 war der TÜV der 1943 gefertigten Dampflok abgelaufen und seitdem wartet der Stahlkoloss auf den Abschluss seiner Hauptuntersuchung. „Es ist unglaublich viel Arbeit und es kostet viel Geld. Würde eine Fachfirma die Lok prüfen, würde es 150 000 Euro kosten“, verriet Westoll. 

Das nötige Geld fehlt

Da das Geld hierfür nicht da ist, gehen die Arbeiten an der Lok nur in ganz kleinen Schritten voran. Derzeit werden beispielsweise unzählige Nieten des Druckkessels ausgebaut, damit sie durch neue ersetzt werden können. 

„Hier darf es zu keiner Undichtigkeit kommen. Auf dem Kessel herrschen 16 bar Druck. Das Wasser ist 200 Grad heiß. Eine unvorstellbare Menge an Energie.“

Der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde André Heide glaubt, dass es mindestens noch drei Jahre dauere, bis die alte Lok wieder einsatzbereit ist. So bleibt dem Verein nichts anderes übrig, als sich fahrtüchtige Dampfloks befreundeter Vereine für ihre Ausfahrten zu leihen.

Ein frisch lackierter Kesselwagen aber ließ am Sonntag die Augen der Eisenbahnfreunde dennoch strahlen. Der weiß glänzende Güterwagen wurde restauriert und als Milchkesselwagen mit der Aufschrift „Moha - Frankfurt“ gestaltet. 

Die Arbeiten sind enorm

„Wir führen bei unseren Reisen mit der Dampflok zwar keine Milch, dafür aber Wasser mit“, erklärte Heide. Ein Tanken an Bahnhöfen sei kaum mehr möglich, gebe es doch die alten Wassertankvorrichtungen nicht mehr und so sei es gut, wenn für weite Fahrten vom Kesselwagen aus nachgetankt werden könne. 

„Ein Kesselwagen hat im Bild eines Personenreisezuges an sich aber nichts zu suchen. Nur Milchkesselwagen wurden früher den Personenzügen angehängt“, erklärte Westoll die Tarnung, mit der sich nun auch ganz spitzfindige Eisenbahner anfreunden können. Die Instandhaltungsarbeiten der großen Wagen und Loks seien enorm und so würde jede helfende Hand benötigt.

Vom Zugfahren träumte am Sonntag auch der fünfjährige Daniel Wagner, der mit seiner großen Schwester Sophie immer wieder die kleine Modellbahn im Lokschuppen bestaunte. 

Faszination Eisenbahn, auch am Modell: Daniel und Sophie Wagner.

„Ich warte schon ganz lange auf eine Fahrt im Zug“, gestand der Fünfjährige, der natürlich auch die alte Dampflok genauestens inspizierte und bei der Jungfernfahrt des Kesselwagens auf der Drehscheibe im Gleisbett ganz vorne mit dabei war.

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