Gemeinsam ins Alter

Verein plant eine Wohngemeinschaft für Senioren in Treysa

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Erster Entwurf: Das Architekturbüro Biskamp hat eine Grafik erstellt, damit Interessenten eine grobe Vorstellung vom Projekt bekommen können. 

Treysa. Der Schwalmstädter Verein "Gemeinsam ins Alter" möchte in Treysa ein Haus bauen, in dem Senioren selbstständig, aber gemeinsam alt werden können. 

Wie möchte ich alt werden? Diese Frage sollte sich jeder laut dem Schwalmstädter Verein "Gemeinsam ins Alter" frühzeitig stellen. Die Antwort der Mitglieder darauf lautet, wie der Name des Vereins bereits verrät: gemeinsam. Deshalb ist momentan ein Hausbau in Planung, es soll eine Art Wohngemeinschaft für ältere Menschen in Treysa entstehen.

Wer kann in dieses Haus einziehen?

Senioren ab 60 Jahren, die fit genug sind, ihren Alltag zum Teil gemeinsam zu gestalten. Laut Reinhart Darmstadt, 2. Vorsitzender und selbst mit seiner Frau Christiane einzugswillig, gehe es vor allem darum, Langeweile und Einsamkeit vorzubeugen.

Wie sollen Haus und Alltag aussehen?

Es sollen zwölf barrierefreie Wohnungen zwischen 45 und 70 Quadratmetern für Einzelpersonen und Paare entstehen. Außerdem sind einige Gemeinschaftsräume geplant, eine Küche ebenso wie ein Haushalts- und Hobbyraum und eine Gästewohnung. Das Architekturbüro Biskamp hat bereits einen ersten Entwurf erstellt, damit Interessenten eine grobe Vorstellung bekommen können. Der Alltag soll zwar eigenständig, aber gemeinsam gestaltet werden. Das Ehepaar Darmstadt stellt sich gemeinsame Mahlzeiten vor, aber auch spontane Verabredungen zum Doppelkopf oder zu Spaziergängen.

Was steht dem Baustart noch im Wege?

Die größte Hürde ist die Suche nach Senioren, die einziehen möchten. Wenn acht Vorverträge unterschrieben sind, also zwei Drittel des Hauses belegt sind, kann das Projekt umgesetzt werden. Außerdem steht das Grundstück noch nicht ganz fest. In Aussicht ist allerdings der Kauf eines Wiesengeländes der Hephata Diakonie neben der Kita „Am alten Feld“. Wichtig ist dem Verein, dass eine gute Anbindung zur Innenstadt und zum Ärztehaus besteht.

Wie ist das Projekt rechtlich organisiert?

Zusätzlich zum Verein, der sich um das Konzept und die inhaltliche Gestaltung kümmert, wurde bereits vor einiger Zeit eine Genossenschaft für die praktische Organisation gegründet. Laut Gründungsmitglied Susanne Nau sei bei diesem Modell gemeinschaftliches Eigentum besonders gut organisiert, es biete hohe Rechtssicherheit und finanzielle Verlässlichkeit. Die zukünftigen Bewohner bezahlen ein Drittel der Wohnung, diese Einlage bleibt erhalten, kann also vererbt oder ausgezahlt werden, und mieten die Wohnfläche von der Genossenschaft. Wie viel das den Einzelnen insgesamt kosten wird, kann noch nicht genau gesagt werden.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Die Genossenschaft möchte den Bau innerhalb der nächsten zwei Jahre umsetzen. Wenn alles gut läuft, könnten ab Frühjahr 2019 die Bagger rollen und die Wohnungen wären im Sommer 2020 bereit für den Einzug.

Kann ein solches Wohnprojekt funktionieren?

Der Schwesterverein "Gemeinsam ins Alter Kassel" hat bereits ein solches Projekt umgesetzt, seit September 2017 wohnen Senioren gemeinsam im Stadtteil Kirchditmold. Die Vorstandsvorsitzende Christa Moll berät die Schwälmer und berichtet von Erfahrungen.

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